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„Ja, manchmal schäme ich mich auch“: Bischof Bätzing will Aufklärung des Missbrauchsskandals

Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, steht auf dem St. Michael-Jahresempfang 2021 der Deutschen Bischofskonferenz. (Archivbild)

Trier. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Georg Bätzing, hat eine „schonungslose“ Aufklärung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche versprochen. „Ja, manchmal schäme ich mich auch, dass wir eine solche Vergangenheit gehabt haben“, sagte er am Freitagabend in einem Gottesdienst vor dem Neujahrsempfang des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) im Bezirk Trier.

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„Damit die Welt glaubt, deshalb müssen wir tun, was gestern auch wieder geschehen ist: Schonungslos die Wahrheit sehen, wie wir gewesen sind in der Kirche“, sagte Bätzing. Man müsse klar sehen, was an „desaströsem Verhalten“ auch von der Führung und den Spitzen der Kirche „bis hin zu einem emeritierten Papst angerichtet“ worden sei. Die Kirche müsse sich „der Wahrheit stellen, so schmerzlich das auch ist“.

Bätzing bezog sich auf die im Erzbistum München und Freising vorgestellte Studie, wonach dort Fälle von sexuellem Missbrauch in der Diözese über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt wurden. Den ehemaligen Erzbischöfen Friedrich Wetter und Joseph Ratzinger, dem heute emeritierten Papst Benedikt XVI., wurde konkret und persönlich Fehlverhalten in mehreren Fällen vorgeworfen. Auch dem aktuellen Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, wird formales Fehlverhalten in zwei Fällen vorgeworfen. Von mindestens 497 Opfern und 235 mutmaßlichen Tätern sprechen die Gutachter, sie gehen aber von einem deutlich größeren Dunkelfeld aus.

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Bätzing sagte, er wisse, dass auf vielen Gläubigen diese Situation „ungeheuerlich“ laste. Sie müssten sich bei Freunden und Familie dafür rechtfertigen, dass sie noch „zu diesem Verein gehören“. „Verdeckt und vertuscht wurde lange genug, jetzt ist die Zeit der Wahrheit“, sagte der Chef der Deutschen Bischofskonferenz. Er appellierte an die Gläubigen: „Verlieren Sie nicht den Mut. Wir tun, was wir in dieser Zeit tun müssen.“ Die Kirche müsse darum werben, dass ihr die Menschen vielleicht neu vertrauten.

RND/dpa

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