Nach Missbrauchsgutachten: Viele Gläubige informieren sich über Kirchenaustritte

Mann verlässt eine Kirche (Symbolbild)

Mann verlässt eine Kirche (Symbolbild)

München. Nach der Vorstellung eines Gutachtens zu sexueller Gewalt im katholischen Erzbistum München und Freising registriert die Stadt München ein ungewöhnlich großes Interesse an Kirchenaustritten. „Heute verzeichnen wir am Servicetelefon und per Mail einen deutlichen Anstieg an Fragen rund ums Thema Kirchenaustritt“, sagte der Sprecher des Kreisverwaltungsreferates (KVR), Johannes Mayer, am Freitag.

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Kardinal Marx entschuldigt sich für Umgang mit Missbrauchsfällen
dpatopbilder - 20.01.2022, Bayern, München: Kardinal Reinhard Marx gibt nach der Vorstellung eines Gutachtens zu Fällen von sexuellem Missbrauch im katholischen Erzbistum München und Freising ein Pressestatement. Foto: Sven Hoppe/dpa POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Marx reagierte auf ein neues externes Gutachten zum sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese München und Freising.

Gutachten: schwere Versäumnisse bei Missbrauch

Am Tag zuvor hatte die Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) ein von der Erzdiözese in Auftrag gegebenes Gutachten vorgestellt. Das kommt zu dem Ergebnis, dass Fälle von sexuellem Missbrauch im Bistum über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt wurden. Von mindestens 497 Opfern und 235 mutmaßlichen Tätern sprechen die Gutachter, gehen aber von einem deutlich größeren Dunkelfeld aus.

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Tausende Kirchenaustritte jährlich

Mehrere Tausend Münchner treten nach KVR-Angaben pro Jahr aus der Kirche aus. Im Jahr 2020 sanken die Zahlen coronabedingt zwar im ersten Lockdown. Dafür war die Zahl 2021 so hoch wie noch nie: 22.323 Münchner kehrten ihrer Kirche den Rücken. Wie viele davon Katholiken und wie viele Protestanten waren, schlüsselt die KVR-Statistik nicht auf.

RND/dpa