Milliarden für die Schiene: Bahn-Bundesamt will mehr Personal

  • Im nächsten Jahrzehnt sollen mehr als 150 Milliarden Euro ins deutsche Schienennetz investiert werden.
  • Eine zentrale Rolle bei den Genehmigungsverfahren spielt das Eisenbahn-Bundesamt.
  • Die Behörde fordert nun deutlich mehr Personal, sonst drohe „Planungsverlangsamung”.
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Berlin. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) fordert vor den abschließenden Haushaltsberatungen im Bundestag eine erhebliche Aufstockung seines Personals. Das geht aus einer internen Aufstellung der Behörde hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Die vom Bund geplanten „erheblichen zusätzlichen Investitionen“ in die Bahn-Infrastruktur würden zusätzliches Personal erfordern, „damit das EBA nicht zum Flaschenhals für die angestrebten Kapazitätsverbesserungen auf der Schiene wird“. Das Amt sieht einen Bedarf von mindestens 240 Stellen, 150 davon hat es als „Minimumbedarf“ zur Erfüllung der Aufgaben im nächsten Jahr angemeldet.

Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2020 sieht jedoch lediglich 41 zusätzliche Stellen vor. „Sollten die Stellen nicht kommen, könnte sich die angestrebte Planungsbeschleunigung in eine ‚Planungsverlangsamung‘ umkehren“, heißt es in dem EBA-Papier. Der Haushaltsausschuss des Bundestages berät in seiner Bereinigungssitzung in dieser Woche über letzte Änderungen an den Etatplanungen für 2020.

Grüne fordern ebenfalls mehr Personal

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Die Grünen fordern Konsequenzen aus den Warnungen der Behörde. „Mit der personellen Ausstattung des Eisenbahn-Bundesamts steht und fällt die Beschleunigung von Neu- und Ausbauvorhaben im Schienennetz“, sagte Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, dem RND. „Die oberste Bundesbehörde braucht einerseits mehr Personal, um den geforderten stärkeren Ausbau des Schienennetzes als Genehmigungsbehörde stemmen zu können.“

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Gastel sagte, das EBA übernehme andererseits neue Aufgaben von Ländern als Anhörungsbehörde. „Wenn es nicht zu weiteren Verzögerungen bei der Planung von Bahnprojekten kommen soll, dann muss der Bund bereits im Haushalt 2020 die notwendigen Mittel einstellen, damit endlich zusätzlich Verwaltungsjuristen und Fachplaner eingestellt werden können“, so der Bundestagsabgeordnete. „Es kann nicht sein, dass an einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag der milliardenschwere Ausbau des Schienennetzes scheitert.“

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