Israel: Zwei Frauen durch Raketenbeschuss aus Gaza getötet

  • Militante Palästinenser haben nach Angaben des israelischen Militärs bislang Hunderte Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert.
  • Dadurch wurden am Dienstag zwei Frauen in der israelischen Stadt Aschkelon getötet.
  • Die meisten Raketen konnte das israelische Militär abfangen.
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Tel Aviv. Bei massiven Raketenangriffen militanter Palästinenser im Gazastreifen auf die israelische Küstenstadt Aschkelon sind am Dienstag zwei Frauen getötet worden. Die Rettungsorganisation Zaka teilte mit, die Frauen seien in zwei verschiedenen Wohnhäusern durch Treffer von Raketen ums Leben gekommen. Es sei auch schwerer Sachschaden entstanden.

Die Palästinenser hätten in einer besonders heftigen Salve mehr als 100 Raketen auf die Stadt gefeuert - offenbar, um die israelische Raketenabwehr zu überfordern und damit auszuschalten.

Militante Palästinenser haben nach Angaben des israelischen Militärs seit Montagabend Hunderte Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert.

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Gewalt in Jerusalem hält an
1:26 min
Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es am Montagmorgen zu neuen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen.  © Reuters

Die Erfolgsquote des Abfangsystems Eisenkuppel liege bei über 90 Prozent, sagte ein Armeesprecher am Dienstagmorgen. Rund ein Drittel aller abgefeuerten Raketen sei noch im Gazastreifen niedergegangen. Dies sei außergewöhnlich viel und habe wahrscheinlich dort auch Opfer zur Folge.

Wie das Militär weiter mitteilte, wurde ein Wohngebäude in der nördlich des Gazastreifens gelegenen Stadt Aschkelon von einer Rakete getroffen. Rettungskräften zufolge wurden sechs Menschen verletzt.

Nach Angaben des Sprechers flog das Militär bislang rund 130 Angriffe auf Ziele im Gazastreifen. 15 Mitglieder der Hamas und des Islamischen Dschihads seien nach derzeitigem Stand getötet worden.

Ausgeführt worden seien die Angriffe mit Kampfflugzeugen und Drohnen. Beschossen worden seien Einrichtungen zur Produktion von Raketen, Lager- und Trainingseinrichtungen sowie militärische Stellungen.

Zudem seien zwei Tunnel attackiert worden, die unterschiedlich weit fertiggestellt gewesen seien. Man befinde sich in einer frühen Phase des Gegenangriffs, sagte der Sprecher.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist in den vergangenen Tagen gefährlich eskaliert. Am Montagabend haben militante Palästinenser im Gazastreifen damit begonnen, Raketen auf Israel abzuschießen.

Israels Luftwaffe beschoss daraufhin Ziele in dem abgeschotteten Küstengebiet, das von der islamistischen Hamas beherrscht wird. Das Gesundheitsministerium in Gaza sprach von 22 Toten, darunter neun Kinder. Der israelische Armeesprecher sagte, man kenne diesen Bericht. Er werde geprüft.

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Außenminister bricht Reise ab

Israels Außenminister Gabi Aschkenasi brach einen Besuch in Südkorea wegen des eskalierenden Konflikts zwischen seinem Land und den Palästinensern vorzeitig ab. Aschkenasi habe Südkorea am Dienstag verlassen, um nach Israel zurückzukehren, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Seoul. Aschkenasi war am Montag zusammen mit Wirtschaftsminister Amir Peretz zu einem viertägigen Besuch in Südkorea eingetroffen. Unter anderem war ein Treffen zwischen den Außenministern beider Länder geplant. Trotz des Abflugs Aschkenasis soll ein Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern wie geplant am Mittwoch in Seoul unterzeichnet werden.

RND/dpa

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