Microsoft und das Pentagon: Gericht stoppt Zusammenarbeit

  • Das als “Jedi” bekannte Projekt soll große Mengen geheimer Daten in einer Cloud speichern und die Arbeit von US-Soldaten erleichtern.
  • Als Favorit für den Auftrag galt Amazon, doch dann erhielt Microsoft den Zuschlag.
  • Nun stoppte ein Gericht die Zusammenarbeit zwischen dem Softwareriesen und dem Pentagon.
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New York. Ein US-Bundesgericht hat einen Zehn-Milliarden-Dollar-Auftrag des Verteidigungsministeriums an den Softwareriesen Microsoft vorläufig gestoppt. Das Gericht gab am Donnerstag einem Antrag des Konkurrenten Amazon statt, der Präsident Donald Trump Voreingenommenheit vorwirft.

Das Gericht ordnete an, dass Amazon 42 Millionen Dollar (knapp 39 Millionen Euro) als Sicherheit hinterlegen müsse. Diese sollten als Schadenersatz dienen, falls sich herausstelle, dass die einstweilige Verfügung unangemessen war.

Das als "Jedi" bekannte Projekt soll große Mengen geheimer Daten in einer Cloud speichern und verarbeiten. Ziel ist, die Kommunikation des Pentagons mit Soldaten auf dem Schlachtfeld zu verbessern. Es würde künstliche Intelligenz nutzen, um die Kriegsplanung und Kampffähigkeit zu beschleunigen. Dem Verteidigungsministerium zufolge sei dies wichtig, um den technologischen Vorteil des US-Militärs gegenüber Gegnern auszubauen.

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Amazon-Chef Jeff Bezos wird von Trump immer wieder kritisiert

Amazon hatte für die Vergabe des Auftrags als Favorit gegolten, doch dann erhielt Microsoft den Zuschlag. Vor wenigen Tagen forderte Amazon eine Aussage Trumps unter Eid. Außerdem sollten frühere und aktuelle Minister und andere Regierungsmitglieder befragt werden. Trump hatte im Juli öffentlich gesagt, andere Firmen hätten ihm mitgeteilt, der Auftrag sei ohne Ausschreibung vergeben worden. Die Regierung würde daher einen "sehr langen Blick" darauf werfen.

Amazon-Chef Jeff Bezos wird von Trump immer wieder kritisiert. Bezos ist auch Eigentümer der Zeitung "Washington Post", der Trump immer wieder die Verbreitung von "Fake News" vorwirft, wenn sie Kritik am Präsidenten übt. Amazon äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht. Microsoft zeigte sich enttäuscht von der Gerichtsentscheidung, gab sich aber sicher, das Projekt doch noch umsetzen zu können.

Pentagonsprecher Robert Carver sagte ebenfalls, das Ministerium sei enttäuscht von der Entscheidung des Gerichts, die Veränderungen hinauszögere und "unseren Kämpfern eine Reihe von Fähigkeiten vorenthält, die sie dringend brauchen". Das Pentagon sei sich in seiner Entscheidung für Microsoft sicher.

RND/AP