298 Menschen kamen ums Leben: Prozess zu MH17-Abschuss über Ukraine beginnt

  • 298 Menschen hatte der Abschuss des Fliegers mit der Flugnummer MH17 das Leben gekostet.
  • Nun, sieben Jahre später, hat in den Niederlanden die Hauptverhandlung begonnen.
  • Angeklagt sind drei Russen und ein Ukrainer.
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Schiphol. Fast sieben Jahre nach dem Abschuss des Flugzeugs mit der Flugnummer MH17 hat am Montag in den Niederlanden die Hauptverhandlung begonnen. 298 Menschen kamen ums Leben, als die Boeing 777 von Malaysia Airlines über dem Osten der Ukraine abgeschossen wurde. Drei Russen und ein Ukrainer sind angeklagt.

In den kommenden Tagen werden während des Verfahrens Beweise gesichtet werden, die im Zuge der internationalen Ermittlungen zusammengetragen wurden. „Die Akte besteht aus etwa 65.000 Seiten und vielen Hundert Stunden visuellen und Audio-Materials. Es ist so ein großer Fall, dass es schlicht nicht möglich ist, über jedes Detail zu sprechen“, sagte der Vorsitzende Richter Hendrik Steenhuis. Bis heute habe niemand auch nur eine teilweise Verantwortung für das Geschehene übernommen.

Flugzeug offenbar von Buk-Rakete getroffen

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Das Flugzeug wurde laut den Schlussfolgerungen einer internationalen Untersuchung von einer Buk-Rakete getroffen, die von einem Gebiet im Osten der Ukraine abgefeuert wurde, das unter der Kontrolle von Russland unterstützter Separatisten stand. Die Rakete wurde demzufolge auf einer mobilen Abschussrampe von einem Militärstützpunkt in Russland in die Ukraine gebracht. Russland hat jegliche Beteiligung bestritten.

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Die Angeklagten, die Russen Igor Girkin, Sergej Dubinski und Oleg Pulatow und der Ukrainer Leonid Chartschenko, waren im Verhandlungssaal in der Nähe des Flughafen Schiphol nicht zugegen. Gegen sie wird in Abwesenheit verhandelt. Pulatow ist der einzige Angeklagte, der sich durch Anwälte vertreten lässt. Sie haben gesagt, dass er unschuldig sei.

Evert van Zijtveld, dessen Tochter Frederique und Sohn Robert-Jan durch den Abschuss ums Leben kamen, sagte über den Beginn der Hauptverhandlung: „Es ist sehr schwierig für uns.“ Richter Steenhuis warnte die Angehörigen der Opfer, dass die kommenden Tage für sie hart werden könnten, wenn über die Beweise zum Tod ihrer Angehörigen gesprochen wird. „Sollte Ihnen dies zu viel werden, haben Sie die Freiheit, den Raum jederzeit zu verlassen“, sagte er.

RND/AP

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