MH-17-Abschuss: Prozess auf Juni vertagt

  • Der Strafprozess über den Abschuss des MH-17-Fluges soll erst im Juni fortgesetzt werden.
  • Ein Richter entschied, die Verteidiger bräuchten mehr Vorbereitungszeit.
  • Er ermöglichte außerdem den Angehörigen der Todesopfer Zugang zu Teilen des Ermittlungsberichts.
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Den Haag. Der Prozess um den Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 über der Ukraine ist am Montag nur kurz fortgesetzt worden. Der Vorsitzende Richter Hendrik Steenhuis verlas im fast leeren Gerichtssaal eine Reihe von Entscheidungen. Unter anderem ermächtigte er die Staatsanwaltschaft, den Anwälten von Angehörigen der 298 Todesopfer Zugang zu Teilen des Ermittlungsberichts zu gewähren. Seine Entscheidung über den Antrag der Anklage auf zusätzliche Ermittlungen verschob Steenhuis, damit die Verteidiger mehr Zeit haben, sich vorzubereiten.

Russland bestreitet noch immer jede Verantwortung

Das Passagierflugzeug vom Typ Boeing 777 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine von einer Flugabwehrrakete getroffen worden. Alle Insassen kamen ums Leben. Angeklagt sind drei Russen und ein Ukrainer, von denen allerdings niemand am Prozess teilnimmt. Nur einer der Angeklagten hat selbst einen Verteidiger bestimmt. Russland bestreitet jede Verantwortung für den Abschuss.

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Zum Prozessauftakt vor zwei Wochen war der Zuschauerraum noch brechend voll. Diesmal saßen Richter, Anwälte und Gerichtspersonal wegen des Coronavirus auf Abstand. Nach 45 Minuten vertagte Steenhuis den Prozess auf den 8. Juni. Medien und Angehörige der Opfer waren nicht zugelassen.

RND/AP

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