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Merkel: „Es hängt jetzt von uns und klugen Öffnungsschritten ab“

  • Kanzlerin Angela Merkel dringt auf eine kluge Öffnungsstrategie.
  • Weitere Lockerungsschritte seien dann möglich, wenn vorherige nicht zu einem Anstieg der Fallzahl führten.
  • Die geplante Öffnung von Schulen, Kitas und Friseuren wolle sie genau beobachten.
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Berlin. Kanzlerin Angela Merkel dringt darauf, bei anstehenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen nur schrittweise vorzugehen und die Folgen genau zu beobachten. „Es hängt jetzt von uns und klugen Öffnungsschritten ab, ob wir ohne eine groß ausgeprägte dritte Welle durch die Pandemie kommen – oder ob wir zu unvorsichtig sind und dann doch vielleicht wieder steigende Fallzahlen haben“, sagte die CDU-Politikerin am Freitag in einem Interview des ZDF-„heute journal“. Wegen neuer Virus-Mutationen müsse man besonders aufmerksam sein.

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Merkel skizziert weitere Corona-Lockerungen
1:34 min
Die Bundeskanzlerin zeigt auf, wie es in der Corona-Öffnungsstrategie nach dem Erreichen einer Inzidenz von 35 weitergehen könnte.  © Reuters

Merkel verwies darauf, dass die von den Ländern geplanten Öffnungen von Schulen und Kitas schon „ein gewagter Schritt“ seien. Sie sehe die große Bedeutung dieser Bereiche aber auch ein. Wenn zum 1. März dann auch Friseure wieder öffnen könnten, sei dies schon „ein Mehr an Kontakten, das man beobachten muss“.

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Merkel: 35 eine „Vorsichtszahl“

Für darauf folgende Öffnungen sei deswegen von Bund und Ländern die Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen vereinbart worden, die unter dem Wert von 50 liege, ab dem „umfassende Schutzmaßnahmen“ ergriffen werden müssten. Die 35 seien „eine Vorsichtszahl“, ab der man schon erste Schutzmaßnahmen machen solle, erläuterte Merkel. Wenn man sie unterschreite, dürfe man im Umkehrschluss aber wieder an größere Öffnungsschritte denken.

Als Maßgabe der Öffnungsstrategie formulierte die Kanzlerin, dass immer dann der nächste Schritt möglich sei, wenn der vorherige nicht zu einem Anstieg der Fallzahlen geführt habe - sondern ein Niveau von 35 über einen Infektionszyklus von 14 Tagen stabil bleibe.

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Nach dem als nächstes folgenden Einzelhandel blieben dann noch drei Stränge: Schulen in höheren Jahrgängen, Berufsschulen und Unis, zweitens private Kontakte und drittens Kultur, Kinos, Theater, Gruppensport sowie Restaurants und Hotels. „Dann müssen wir politisch entscheiden, welche Öffnungsschritte aus welchem Strang wollen wir jetzt als nächste.“

Merkel räumt zu große Hoffnungen an Corona-Impfstart ein

Merkel räumte in dem Interview außerdem zu große Hoffnungen an den Start der Corona-Impfungen in Deutschland ein, erwartet aber bald deutlich steigende Impfstoffmengen. “Es gibt eine Enttäuschung”, sagte sie. Vielleicht habe dies auch damit zu tun, dass “wir nicht ausreichend darauf hingewiesen haben, dass am Anfang nicht für jeden gleich der Impfstoff da ist”. Man habe sehr große Impfzentren gebaut, die Erwartung sei da gewesen. Sie habe es auch faszinierend gefunden, dass es nach weniger als einem Jahr überhaupt einen Impfstoff gebe. Die sei “eine Riesenleistung”, mit der man nicht habe rechnen können.

Ende März, Anfang April würden die Impfzentren ausgelastet sein, sagte die Kanzlerin mit Blick auf anstehende Lieferungen. “Da werden wir Mühe haben, alles zu verimpfen.” Die ersten Wochen seien aber knapp, dies hätten manche anders erwartet.

Merkel verteidigte erneut das gemeinsame europäische Vorgehen bei der Impfstoff-Beschaffung und wies Kritik an mangelndem finanziellen Engagement zurück. “Für mich stellt es sich nicht so dar, dass wir knauserig waren.” Entscheidend sei nun, was in wie vielen Werken in Europa produziert werden könne. Deutschland sei mit dem neuen Werk des Herstellers Biontech in Marburg gut dran.

RND/dpa

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