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Merkel will bessere Koordinierung der Anti-Terror-Einsätze in Mali

  • Angesichts des Anschlags auf deutsche Soldaten in Mali ruft Bundeskanzlerin Angela Merkel zu mehr internationaler Zusammenarbeit gegen den Terror auf.
  • Besonders Frankreich müsse unterstützt werden.
  • Auch der französische Präsident Macron hatte unlängst von einer Neuausrichtung der Militärpräsenz im Sahel gesprochen.
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Berlin. Nach einem Selbstmordanschlag im westafrikanischen Mali mit zwölf verletzten Bundeswehrsoldaten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für eine stärkere internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus in dem Krisenland ausgesprochen.

„Wir werden in den nächsten Jahren diese ganzen Missionen noch besser zusammenführen müssen und koordinieren müssen“, sagte die CDU-Politikerin am Montag bei einer virtuellen Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung.

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Verletzte Blauhelmsoldaten aus Mali zurück in Deutschland
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Die verletzten Blauhelmsoldaten sind wieder zurück in Deutschland und werden nun medizinisch behandelt.  © dpa
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Dies sei zum Teil schon gelungen, teils gebe es noch große Abgrenzungsprobleme. „Aber wir sind bereit, Frankreich, das hier einen sehr, sehr, sehr großen Anteil leistet, auch weiter zu unterstützen.“ Der Terrorismus in Mali nehme zu.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitag in Mali eine UN-Patrouille mit einer Autobombe angegriffen. Dabei wurden 13 Soldaten verletzt, zwölf Deutsche und ein Belgier. Die verletzten Bundeswehrsoldaten wurden am Wochenende zurückgeflogen, sie werden in Kliniken in Ulm und Koblenz behandelt. Die Soldaten sicherten nach UN-Angaben den Konvoi eines malischen Bataillons.

Erst Anfang vergangener Woche waren Berichten zufolge französische Soldaten bei einem Angriff in Mali verletzt worden. Die Bundeswehr ist in Mali an einem UN-Stabilisierungseinsatz sowie an der EU-Ausbildungsmission EUTM beteiligt.

Frankreich will Neuausrichtung seiner Militärpräsenz im Sahel

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Frankreich ist im Sahel mit rund 5100 Soldaten aktiv und kämpft gegen Terrorgruppen, von denen einige dem Islamischen Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen haben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte unlängst eine grundsätzliche Neuausrichtung der französischen Militärpräsenz in dem riesigen Gebiet und ein Ende der Operation „Barkhane“ angekündigt.

Frankreichs Premierminister Jean Castex brachte angesichts des Anschlags seine Solidarität mit Deutschland zum Ausdruck. Seine Gedanken gingen an die Verletzten und ihre Familien, sagte er, den Anschlag verurteile man selbstverständlich entschieden. Noch vor Ort habe man die Angriffsstelle gesichert und zwei Verletzte in eine französische Krankenstation aufgenommen.

RND/dpa

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