Merkel und die bunten Vögel

  • Die Kanzlerin besucht zum Abschied einen Vogelpark.
  • Dort entsteht ein Bild für die Ewigkeit.
  • In unserer Kanzlerinnenbilanz kommt zudem noch ein weiteres Tier vor.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

das muss man erst mal schaffen: 16 Jahre lang eine der meistfotografierten Frauen der Welt sein und dann auf den letzten Drücker dem Bildarchiv noch einen Schnappschuss für die Ewigkeit hinzufügen.

Angela Merkel ist das unfreiwillig gelungen: Spontan hat sie den Vogelpark Marlow besucht. Der liegt in ihrem Nochwahlkreis an der Ostsee. Die Besucherinnen und Besucher kommen den Tieren dort sehr nahe, Merkel durfte unter anderen australische Papageien füttern. Als die Pappbecher mit einem Brei aus getrockneten Blütenpollen, Fruchtzucker, Getreide und Wasser leer waren, wurden die bunten Vögel ungeduldig – einer von ihnen biss zu.

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Ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa schoss in diesem Moment ein Foto der Kanzlerin, das er sobald nicht vergessen wird: Merkel mit aufgerissenem Mund, einen Vogel auf der Schulter, einige andere an und auf den Händen.

Mit einem Tierfoto geht Merkels Amtszeit zu Ende, mit einem Tiervergleich beginnt der Text von Kristina Dunz über Merkels Ende als Kanzlerin. „Angela Merkel mit einem Kamel zu vergleichen ist nicht schmeichelhaft, aber treffend“, schreibt sie – und bezieht sich damit auf ein Zitat der Kanzlerin über sich selbst.

Die Eigenschaften, die dem zähen Wüstentier zugeschrieben werden, hätten es Merkel ermöglicht, ihre krisenbepackten 16 Amtsjahre zu überstehen. Ganz am Ende aber, schreibt Dunz, hat auch Merkel zu erkennen gegeben, dass sie nun bereit ist zum Abtreten: „In dem Moment schien es so, als würde sie zum Ende ihrer 16-jährigen Amtszeit auch loslassen wollen.“ Gemeint ist eine Szene im Bundestag, als ihr nach einer Regierungserklärung die Augen zufielen.

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Schon oft gestellt und nicht beantwortet ist die Frage, was von der Kanzlerin Merkel in Erinnerung bleiben wird. Für einige ihrer Zitate wird das auf jeden Fall gelten. „Wir schaffen das“ und das „Neuland“ Internet werden noch einige Zeit mir ihr verbunden bleiben.

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Ein zugegebenermaßen nicht ganz so wichtiges Zitat ist im Vogelpark dazugekommen. „Ne, ne. Ich habe das bei den Sittichen gut gemacht“, sagte dort Merkel. Als jemand vorschlug, dass sie nach den kleinen Vögeln auch noch einen 60 Zentimeter großen Uhu halten könnte. Da hörte die Vogelliebe auf. Den großen Vogel hielt am Ende ihr möglicher Nachfolger in ihrem Wahlkreis.

Zitat des Tages

Natürlich habe ich Fehler gemacht bei der Aufarbeitung. Ich habe Fehler gemacht mit Blick auf die Kommunikation, und dafür übernehme ich selbstverständlich die Verantwortung. Das tut mir leid, das bedaure ich.

Rainer Maria Woelki, Kölner Kardinal

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