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Merkel trifft Helfer im Katastrophen­gebiet: „Wir stehen an Ihrer Seite“

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte an diesem Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz.
  • Sie machte sich in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage.
  • Die Regierungschefin zeigte sich betroffen, dankte den Helfern und versprach wiederzukommen.
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Adenau. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen in den von der Flut betroffenen Gebieten im Westen Deutschlands bei einem Besuch am Sonntag in dem rheinland-pfälzischen Ort Schuld die Solidarität und praktische Hilfe der Bundes­regierung versichert. Sie zeigte sich nach Gesprächen mit Einwohnern und Helfern erschüttert über das Ausmaß der Katastrophe.

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Blick in den Ort Schuld im Kreis Ahrweiler am Tag nach dem Unwetter mit Hochwasser.  @ Quelle: Thomas Frey/dpa

Merkel sprach davon, sich „ein reales Bild von einer surrealen Situation“ machen zu wollen. Ihr würde es schwer­fallen, ein Wort für diese Verwüstung zu finden, sagte die CDU-Politikerin. „Es ist beruhigend, wie die Menschen zusammen­halten und sich helfen. Wir stehen an Ihrer Seite.“ Sie versprach: „Die Bundeswehr wird so lange da bleiben, wie Hilfe benötigt wird.“

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Die Bundes­regierung werde bereits am Mittwoch ein Programm für rasche Hilfen auflegen, versprach die Regierungs­chefin. „Aber wir benötigen auch langen Atem“, sagte sie. „Ich bin mir aber sicher: Die bundesweite Solidarität wird anhalten.“

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Katastrophengebiet: Merkel und Dreyer versprechen schnelle Hilfe
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Besuch im Katastrophengebiet in Schuld in Rheinland-Pfalz.  © Reuters

Merkel: Deutschland ist ein starkes Land

Die Bundes­kanzlerin sagte, man hätte wieder einmal gesehen, „mit welcher Gewalt die Natur agieren“ könne. Dennoch seien die Menschen voller Hoffnung, ihre Region wieder mit Leidenschaft, Liebe und Kraft aufbauen zu können. „Das“, so Merkel, „soll auch realisiert werden.“ Deutschland sei ein starkes Land, das dies glücklicher­weise finanziell stemmen könne.

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Merkel mahnte angesichts der Katastrophe, dass die Klimapolitik „stärker in den Mittelpunkt rücken“ müsse als in den vergangenen Jahren. Aus einem Ereignis könnte man keine Gesamtschau machen. Aber in der Summe sei kaum zu leugnen, dass dies Folgen des Klimawandels seien.

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Merkel: „Wir müssen uns mehr mit Anpassungen an die Situation beschäftigen. Wir müssen schneller werden beim Kampf gegen den Klimawandel.“

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Der unwetterartige Regen hört nicht auf: Am Abend treffen schwere Unwetter Teile Bayerns, die Sächsische Schweiz und Österreich.  © dpa

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sprach von einer „traumatisierenden Situation“. Es gebe allein in Rhein­land-Pfalz bislang 112 Tote. „Wir sind mit dem Herzen bei denen, die ihre Liebsten verloren haben, wir bangen mit den Angehörigen von Vermissten.“

Merkel versprach, im August im Wahl­kampf wiederzukommen und sich über die Fortschritte in der Region zu informieren.

Sie äußerte sich kurz zum Lachen von Unionskanzlerkandidaten Armit Laschet (CDU) während einer Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Tag zuvor. Merkel sagte: „Die Betroffenheit ist auch in Nord­rhein-West­falen sehr groß.“

Steinmeier und Laschet waren zuvor in Region

Am Tag zuvor hatten sich Steinmeier und NRW-Minister­präsident Laschet erschüttert über die Situation in dem von starken Über­schwemmungen betroffenen Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen geäußert. „Wir trauern mit denen, die ihre Freunde, Bekannten, ihre Familien­angehörigen verloren haben – ihr Schicksal zerreißt uns das Herz“, sagte Steinmeier am Samstag.

Minister­präsident Laschet kündigte schnelle unbürokratische Hilfen an. Beide Politiker würdigten zudem die große Solidarität und das Engagement der vielen Helfer.

Die Ortschaften seien von Verwüstung und Zerstörung gezeichnet, sagte Steinmeier sichtlich erschüttert. Vieles sei verloren und nicht leicht wieder­herstellbar. Den größten Verlust hätten jedoch diejenigen zu tragen, die in den Fluten Angehörige verloren hätten. Es sei gut, dass Bund und Länder frühzeitig signalisiert hätten, dass den Menschen, die große Verluste erlitten haben, Hilfe zuteil werden solle.

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Laschet kündigte für die betroffenen Regionen schnelle Hilfen an. Jetzt sei direkte und schnelle Hilfe nötig. „Wenn eine Wohnung zerstört ist, nichts mehr da ist, gibt es auch kein Geld, keine EC-Karte mehr“, sagte Laschet. „Und da unmittelbar zu helfen, ist das Aller­wichtigste in den nächsten Tagen.“ Laschet dankte den vielen Helfern vor Ort. Viele von ihnen seien Ehren­amtliche.

RND

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