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Merkel ruft China zum Dialog über Anerkennung von Impfstoffen auf

  • „Wir können diese Pandemie nur gemeinsam eindämmen“, sagt Kanzlerin Merkel.
  • Sie fügt hinzu, dass China und Deutschland dabei eine wichtige Rolle spielen könnten.
  • Zum Auftakt der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen ruft sie daher Peking zum Dialog über die gemeinsame Anerkennung von Impfstoffen auf.
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Berlin/Peking. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat China im Kampf gegen die Corona-Pandemie zum Dialog über die gegenseitige Anerkennung von Impfstoffen aufgerufen.

„Wir können diese Pandemie nur gemeinsam eindämmen. China und Deutschland können dabei eine wichtige Rolle spielen“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin zum Auftakt der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie online organisiert wurden.

Merkel regte an, offen und transparent über die Impfstoffproduktion zu sprechen sowie darüber, die Impfstoffe möglichst auch gegenseitig anzuerkennen, „zumindest bei der Weltgesundheitsorganisation, um so den Kampf gegen das Virus zu gewinnen“.

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Deutschland und China vereinbaren enge Zusammenarbeit – trotz Differenzen
1:18 min
Deutschland und China haben am Mittwoch zum sechsten Mal Regierungskonsultationen abgehalten.  © Reuters

Chinas Premier räumt Differenzen in Beziehungen zu Deutschland ein

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang räumte derweil Differenzen in den deutsch-chinesischen Beziehungen ein. „China und Deutschland haben verschiedene Ansichten in einigen Fragen. Das ist eine objektive Tatsache“, sagte der Premier am Mittwoch zum Beginn der Regierungskonsultationen mit Kanzlerin Angela Merkel.

Solange beide Seiten aber die jeweiligen „Kerninteressen respektieren“ und „auf der Basis der Gleichbehandlung und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten“ kommunizierten, könnten sie günstige Bedingungen für eine weitere reibungslose Entwicklung der Kooperation schaffen, hob Li Keqiang hervor.

Die gegenwärtige internationale Lage durchlaufe komplizierte und weitgehende Veränderungen. Die Pandemie sei noch lange nicht vorbei. Es gebe auch weiter noch Protektionismus. Als große Wirtschaftsnationen und einflussreiche Länder unterstützten China und Deutschland den Multilateralismus und den freien Handel. „Beide Seiten sollten ein Beispiel setzen für Offenheit, gegenseitigen Nutzen und Kooperation zum gegenseitigen Nutzen.“

Unter seinen „Kerninteressen“ versteht Peking unter anderem seinen Anspruch auf Taiwan, das als Teil der Volksrepublik angesehen wird, und seine umstrittenen Territorialansprüche im Südchinesischen Meer. Kritik an seinem harten Kurs gegen die Demokratiebewegung in Hongkong oder an seinem Umgang mit der muslimischen Minderheit der Uiguren weist Peking auch immer als Einmischung zurück.

Die Beratungen sind die sechste Auflage der seit 2011 alle zwei Jahre in diesem großen Format stattfindenden Gespräche zwischen Deutschland und China, in deren Rahmen auch die Mitglieder der Kabinette zu Beratungen zusammenkommen. In Peking stand auch ein Wirtschaftsforum mit Unternehmensvertretern auf dem Programm.

RND/dpa

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