„Da sind wir noch nicht“: Merkel lehnt Vorzüge für Geimpfte derzeit ab

  • Eine Vorzugsbehandlung für Geimpfte lehnt Kanzlerin Angela Merkel ab.
  • Solange die Zahl der Immunisierten ungleich kleiner sei als die der nicht Geimpften, sollten ihrer Ansicht nach keine Unterschiede gemacht werden.
  • Das könne sich jedoch in der Zukunft ändern.
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Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen eine Bevorzugung von Geimpften gegenüber nicht immunisierten Personen ausgesprochen.

„Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln“, sagte die Bundeskanzlerin in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. In private Vertragsverhältnisse könne sich der Staat hingegen wenig einmischen.

Merkel stellte jedoch klar, dass sich der Umgang von nicht Geimpften in der Zukunft ändern könne. Wenn genügend Menschen ein Impfangebot gemacht worden sei und einige sich trotzdem nicht impfen lassen wollten, werde darüber nachgedacht werden müssen, ob in einigen Bereichen Öffnungen und Zugänge auf geimpfte Personen beschränkt werden könnten.

„Aber da sind wir noch nicht“, sagte die Kanzlerin weiter. Sie bekräftigte zudem, dass sie weiterhin gegen eine Impfpflicht sei.

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Die Impfkampagne werde stetig beschleunigen, sagte sie weiter. „Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen.“ Die Impfzentren schafften das nicht allein, dazu würden noch die niedergelassenen Ärzte gebraucht, sagte Merkel. In Deutschland seien bereits mehr als fünf Millionen Impfungen durchgeführt worden, fast zwei Millionen Menschen hätten bereits den vollen Schutz durch die zweite Dosis.

Dafür, dass derzeit eine erhebliche Zahl vorhandener Impfstoffe noch nicht verimpft worden sei, gebe es zwei Gründe, erklärte die Kanzlerin: „Vom Biontech-Impfstoff werden viele Dosen für die zweite Impfung zurückgelegt. Außerdem gibt es derzeit bei dem AstraZeneca-Impfstoff ein Akzeptanzproblem.“ „Alle Autoritäten“ sagten jedoch, dass man dem Vakzin von AstraZeneca vertrauen könne. Eine Wahlmöglichkeit gebe es aktuell nicht: „Solange die Impfstoffe so knapp sind wie zurzeit, kann man sich nicht aussuchen, womit man geimpft werden will“, betonte sie.

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Merkel: Öffnungen mit Einsatz von Schnelltests verbinden

Merkel selbst will sich erst impfen lassen, wenn sie nach der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Priorisierung an der Reihe ist. Ihr sei das Abstandhalten im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen möglich. „Eine Erzieherin in der Kita, ein Grundschullehrer kann das nicht.“ Je mehr Impfstoff vorhanden sei, desto flexibler werde man mit den Priorisierungen umgehen müssen.

Die Kanzlerin will mögliche Lockerungen überdies von den pandemiebedingten Einschränkungen mit dem Einsatz von Schnelltests verbinden. „Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden“, sagte Merkel sie. Das Vorgehen solle bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten am kommenden Mittwoch besprochen werden.

RND/cz/dpa/epd

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