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Merkel gedenkt der NSU-Opfer - und wird von Demonstranten beschimpft

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Zwickau der zehn Todesopfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU gedacht.
  • Sie besuchte am Montag einen Gedenkort im Schwanenteichpark, der erweitert und am Sonntag eröffnet worden war.
  • An dem Ort stehen jetzt zehn neu gepflanzte Bäumen.
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Zwickau. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Zwickau die Opfer der Mordserie des rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) gewürdigt. Mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und der Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) legte sie am Montag Blumen an dem neuen Gedenkort für die Opfer im Schwanenteichpark in der sächsischen Stadt nieder.

Merkel erklärte, sie wolle damit für die gesamte Bundesregierung zum Ausdruck bringen, "dass wir alles tun werden, damit sich solche Dinge nicht wiederholen". An dem Gedenkort erinnert seit Sonntag je ein Baum an die zehn Menschen, die die Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zwischen 2000 und 2011 an verschiedenen Orten ermordet haben.

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"Es ist unsere Aufgabe, dass so etwas nicht wieder passiert", betonte die Kanzlerin. Die Angehörigen der Ermordeten dürften "nicht immer als Opferfamilien dargestellt" werden, damit sie "wieder ein gutes Leben in Deutschland führen können, so wie wir das alle wollen", betonte Merkel. Dafür müsse zunächst einmal der Staat sorgen. Merkel dankte zugleich der Stadt Zwickau "und allen, die die Initiative ergriffen haben", für das Pflanzen der Gedenkbäume.

Eine Eiche zum Gedenken an das erste NSU-Opfer, den Blumenhändler Enver Simsek, war in dem Zwickauer Park Anfang Oktober nur wenige Wochen nach ihrer Pflanzung abgesägt worden. Auch eine im Anschluss als provisorischer Ersatz aufgestellte Gedenkbank wurde von Unbekannten zerstört. Die neuen Gedenkbäume sollen nun nachts angestrahlt werden, um sie vor erneuten Übergriffen zu schützen.

Merkel offenbar beschimpft

Und auch bei Merkels Besuch gab es offenbar Störungen. Das berichtet die "Bild". Demnach habe eine Gruppe von etwa 20 Demonstranten in der Nähe der Gedenkstätte Sätze wie "Merkel muss weg" gebrüllt. Dazu hätten die Störer zwei Transparente aufgespannt („Propaganda stoppen!“, „Merkel muss weg“) sowie ein Plakat der rechtsextremen Chemnitzer Stadtratsfraktion „Pro Chemnitz“ hochgehalten, berichtet "Bild" weiter.

Am Montag jährte sich zum achten Mal das Auffliegen der rechtsextremen Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) aus Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe. Zwischen 2000 und 2007 töteten die Terroristen acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Außerdem werden sie für zwei Sprengstoffanschläge und diverse Raubüberfälle verantwortlich gemacht. Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe hatten zuletzt in Zwickau gelebt.

RND/epd/dpa/cle

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