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Merkel fordert besseren Artenschutz - Johnson lobt das Schuppentier

  • In einem hochrangig besetzten UN-Gipfel zum Thema Biodiversität hat Bundeskanzlerin Angela Merkel einen höheren Schutz der Artenvielfalt angemahnt.
  • Deutschland stelle jedes Jahr 500 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Großbritanniens Premier Boris Johnson sprach in seiner Rede von einem “schuppigen Säugetierwunder”.
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New York. Angesichts der stark bedrohten Artenvielfalt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine “globale Trendwende” beim Schutz der Natur gefordert. “Wir müssen Schutzgebiete ausweiten, wir müssen Ökosysteme renaturieren. Wir müssen insgesamt Land und Meer nachhaltiger nutzen und naturverträglicher wirtschaften”, sagte Merkel am Mittwoch in einer Video-Botschaft bei einem hochrangig besetzten UN-Gipfel zum Thema Biodiversität.

Staats- und Regierungschefs aus mehr als 60 Ländern - darunter Deutschland - hatten mit einer gemeinsamen Erklärung ihre Absicht unterstrichen, sich stärker für den Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt einzusetzen.

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Jährlich 500 Millionen

Unter anderem solle unregulierte Fischerei und Wilderei gestoppt werden und bis 2050 kein Plastikmüll mehr in die Meere gelangen. Zahlreiche große Staaten wie beispielsweise Brasilien, Indien, die USA und China hatten sich allerdings nicht an der Aktion beteiligt.

Merkel hob in ihrer Rede hervor, dass “alle Staaten” ihre Schutzmaßnahmen verstärken müssten. Dass Deutschland sich neuen Zielen verschrieben habe, liege ihr “persönlich sehr am Herzen”.

Die Kanzlerin betonte: "Daher sorgen wir auch für eine solide Finanzierung unserer Schutzmaßnahmen. Bereits seit mehreren Jahren stellen wir für den globalen Schutz der biologischen Vielfalt jährlich 500 Millionen Euro zur Verfügung."

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Johnson erinnert an das Schuppentier

Der britische Ministerpräsident Boris Johnson hat in seiner Rede auf besondere Weise für eine Ausweitung des Artenschutzes geworben. “Wir stehen am Rande einer Welt, in der der Orang-Utan und das schwarze Nashorn nicht im Dschungel von Borneo oder in den Savannen Afrikas zu finden sind, sondern auf den Seiten von Geschichtsbüchern”, sagte Johnson am Mittwoch in der aufgezeichneten Video-Botschaft. Hintergrund ist die schlechte Bilanz der Weltgemeinschaft beim Schutz der Artenvielfalt, der nach Ansicht von Experten dringend mehr Engagement benötigt.

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Der Premier fuhr fort: “Und denken Sie an das Schuppentier - dieses schuppige Säugetierwunder der Evolution, dass mit einer Greifzunge aufwartet, die irgendwie an seinem Becken befestigt ist.” Er glaube nicht, dass sich irgendjemand für einen Planeten entscheiden wolle, “auf dem solch ein wunderbares, bizarres, kleines Wesen zukünftigen Generationen so unbekannt ist wie Dinosaurier und Dodos heute.”

Doch genau das würde passieren, wenn die Menschheit so weitermache wie bisher. “Und das sind nicht nur schlechte Nachrichten für die Schuppentiere - es sind schlechte Nachrichten für uns alle”, so Johnson.

RND/dpa

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