Merkel, AKK und der doppelte Flug: Mieses Timing

  • Kanzlerin Merkel und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer fliegen mit zwei Flugzeugen in die USA.
  • Das ist nach dem Klimapaket und den globalen Streiks nicht nur mieses Timing, sondern auch teuer, klimaschädlich und unsensibel.
  • Offenbar begreift der Apparat nicht, dass die Klimastunde geschlagen hat, kommentiert Jörg Köpke.
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Berlin. Kaum ist der Sturm der Erregung über das magere Klimapaket der großen Koalition abgeflaut, brandet er auch schon wieder auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bringen es fertig, fast zeitgleich in zwei verschiedenen Flugzeugen an die Ostküste der USA zu fliegen.

Das ist nicht nur mieses Timing, sondern auch teuer, klimaschädlich und in höchstem Maße unsensibel. Während Greta Thunberg weltweit Millionen Anhänger gegen Erderwärmung und Klimawandel auf die Straße bringt und es täglich mehr werden, macht die Ministerialbürokratie Business as usual.

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Wie soll die Klimawende in Deutschland gelingen, wenn es Beamte im Kanzleramt nicht schaffen, zwei Regierungsflüge mit nicht einmal einer Handvoll Kabinettsmitgliedern zusammenzulegen? Aus dem Kanzleramt hieß es, man habe die Sache „verpennt“. Offenbar begreift der Apparat immer noch nicht, was die Klimastunde geschlagen hat. Der Chefin erweist man damit einen Bärendienst.

Anfang der Woche nimmt Merkel am Uno-Klimagipfel und an einer Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York teil. Wie soll sie glaubhaft die Vorreiterrolle Deutschlands in Sachen Klima verkünden, wenn in der Heimat simpelste Dinge in den Mühlen der Bürokratie hängen bleiben?

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