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Mecklenburg-Vorpommern: Linke fordern Ende der Verhandlungen über Sputnik-Impfstoff

  • Die Linken in Mecklenburg-Vorpommern fordern, dass die Landesregierung die Verhandlungen rund um den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V beendet.
  • Das Land hat mittlerweile 250.000 Impfdosen auf Lager, es gebe keine Engpässe mehr.
  • Bei den Gesprächen geht es laut einem Ministeriumssprecher aber auch um die Produktion des Vakzins im Land.
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In Mecklenburg-Vorpommern hat die Linke gefordert, die Verhandlungen über den russischen Impfstoff Sputnik V zu beenden. Das Land habe mittlerweile genug Impfdosen zur Verfügung. Für die Landesregierung ist aber noch ein anderes Thema interessant: Ziel der Gespräche ist auch eine mögliche Produktion von Sputnik V in Mecklenburg-Vorpommern.

Wie die „Ostseezeitung“ berichtet, verfügt Mecklenburg-Vorpommern derzeit über etwa 250.000 Impfdosen – hinzu kommen die Lagerbestände der Hausärzte. Gleichzeitig habe aber auch dort die Impfbereitschaft nachgelassen.

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„Mecklenburg-Vorpommern ist auf den Impfstoff nicht mehr angewiesen, und Russland ist offenbar nicht in der Lage, die erforderlichen Unterlagen für die Zulassung in der EU beizubringen“, sagte Simone Oldenburg, Linksfraktionschefin im Schweriner Landtag. Sie forderte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf, den Auftrag an die vertragsvorbereitende Kanzlei zu stoppen. Alles andere verursache nur weitere Kosten, sagte Oldenburg gegenüber der „Ostseezeitung“.

Im April hatte die Landesregierung beschlossen, mit Russland über rund eine Million Dosen des Impfstoffes Sputnik V zu verhandeln – obwohl dieser keine Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat. Bereits im August 2020 hatte Staatschef Wladimir Putin verkündet, dass zum ersten Mal auf der Welt ein Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen worden sei. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit des in Rekordzeit entwickelten Mittels wurden aber nicht vorgelegt, und noch immer gibt es offene Fragen. Die EMA prüft den Wirkstoff bereits seit Anfang März.

Gespräche begannen, als es zu wenig Impfstoff gab

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Ein Sprecher des Landes sagte derweil, dass die damalige Entscheidung, sich eine Option auf den Impfstoff zu sichern, unter der Annahme von zu wenig Impfstoffen im Land getroffen worden sei. Der Sprecher weiter: „Der Stand ist, dass das Zulassungsverfahren durch die EMA für den Impfstoff weiter noch nicht abgeschlossen ist. Das Kabinett wird sich bei entsprechender Entwicklung mit dem Thema beschäftigen.“

Gleichzeitig ist die Produktion des Impfstoffes in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin ein Thema. Wie der Ministeriums­sprecher berichtete, fänden weiterhin Gespräche statt: „Ziel der Gespräche ist die Prüfung der technologischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen sowie der wirtschaftlichen Erfolgsaussichten für ein gemeinsames Projekt zur Abfüllung und Produktion von Sputnik V in Mecklenburg-Vorpommern.“

RND/ag

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