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ZDF bestätigt: Auch Maybrit Illner erhielt “NSU-2.0“-Drohbrief

  • ZDF-Moderatorin Maybrit Illner hat ebenfalls einen mit “NSU 2.0“ unterzeichneten Drohbrief erhalten.
  • Der soll am Dienstagabend im Stil eines Zuschauerbriefs eingegangen sein.
  • Nach HR-Informationen ist auch die taz-Autorin Hengameh Yaghoobifarah betroffen.
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Frankfurt/Main. Mit “NSU 2.0” unterzeichnete Drohbriefe haben inzwischen auch prominente Journalistinnen erreicht. Wie das ZDF am Donnerstag bestätigte, erhielt die Talkshow-Moderatorin Maybrit Illner eine entsprechende Mail, in der sie mit dem Tode bedroht wird.

Die Ermittlungsbehörden seien bereits darüber informiert worden, teilte ein ZDF-Sprecher in Mainz mit. Betroffen von einer Drohmail ist nach HR-Informationen auch die taz-Autorin Hengameh Yaghoobifarah.

Der HR hatte als erstes über das Drohschreiben von Dienstagabend berichtet, das dem Sender vorliegt. Demnach ist es im Stil eines Zuschauerbriefs an die ZDF-Moderatorin Illner gerichtet.

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Ist der Verfasser ein Polizist?

Darin wird vorgeschlagen, neben den Linken-Politikerinnen Janine Wissler, Martina Renner und Anne Helm sowie der Kabarettistin Idil Baydar auch die “taz”-Journalistin Yaghoobifarah in eine Sendung mit dem Thema “Wann wird Deutschland endlich abgeschafft?” einzuladen.

Letztere hatte vor einem Monat eine umstrittene Kolumne über die Polizei geschrieben. Allen sechs Frauen droht der Verfasser nach HR-Angaben mit dem Tod. Dem Bericht des Senders zufolge deutet der Verfasser zudem an, selber Polizist zu sein.

Ein Sprecher der “taz” berichtete von zwei Schreiben an die Redaktion. Zuletzt ging demnach vor wenigen Wochen eine Mail ein, in der unter anderem eine “taz”-Journalistin bedroht worden sei.

Vor einigen Tagen war bereits bekannt geworden, dass NSU-Opferanwältin Seda Basay-Yildiz, Linken-Fraktionschefin Wissler und die Berliner Kabarettistin Baydar rechtsextremistische Drohmails erhalten hatten, die mit “NSU2.0” unterzeichnet waren.

Daten von Polizeicomputern in Frankfurt und Wiesbaden abgerufen

In allen drei Fällen waren sensible Daten der Empfängerinnen von Polizeicomputern in Frankfurt beziehungsweise Wiesbaden abgerufen worden.

Zu dem Umstand, dass die Adressaten der Drohmails allesamt meinungsstark und emanzipiert auftretende Frauen sind, erklärte die Gießener Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth auf “hessenschau.de”: Antifeminismus, der oft einhergehe mit Frauenhass, sei Teil des rechtsextremen Weltbildes. Daher wundere es sie nicht, dass gerade Frauen die Drohschreiben bekommen haben.

RND/epd/dpa

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