Bei Maybrit Illner: Christian Lindner schließt Koalition mit SPD nicht aus

  • Der FDP wird den aktuellen Umfragen zufolge eine besondere Rolle nach der Bundestagswahl zukommen.
  • Gespräche mit der SPD über eine Ampelkoalition will der Chef der Liberalen, Christian Lindner, offenbar nicht ausschließen.
  • In der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ traf Lindner unter anderem auf die Vorsitzende der SPD, Saskia Esken.
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FDP-Chef Christian Linder würde nach der Bundestagswahl mit der SPD Gespräche über eine Ampelkoalition führen. In der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ sagte er, dass „die Partei von Willy Brandt immer den Respekt der FDP“ haben werde.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken gab sich bedeckt, was Koalitionsmöglichkeiten mit der FDP angeht: „Wir müssen erst dafür sorgen, dass Olaf Scholz Kanzler werden kann.“ Man habe sich aber vorgenommen, nach der Wahl mit allen zu sprechen – auch mit Linders FDP.

Der FDP wird den aktuellen Umfragen zufolge eine besondere Rolle nach der Bundestagswahl zukommen. Denn Olaf Scholz und die SPD liegen überraschend an erster Stelle der Wahlbefragungen oder gleichauf mit der CDU.

Wäre eine Ampelkoalition eine Option?

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Wird Parteichef Christian Lindner Rot-Grün-Rot verhindern? Wer profitiert von den Milliardenversprechen der Liberalen? Wäre eine Ampel mit der SPD eine Option? Immerhin verspricht die SPD die Belastung höherer Einkommen und Vermögen und mehr Mindestlohn. Gemeinsam mit Esken und Lindner diskutierten Henrike Roßbach, Journalistin der „Süddeutschen Zeitung“, sowie Gabor Steingart, Journalist und Autor, diese Fragen.

Lindner merkte an, dass er nicht verstehe, warum Scholz sich in Tradition Merkel stellt. „Unser Land braucht Neustart, nicht Fortsetzung.“ Henrike Roßbach entgegnete dem FDP-Chef, dass die Taktik Scholz‘ im Wahlkampf hervorragend funktioniere: „So unzufrieden scheinen die Deutschen mit der Art und Weise Merkels, Politik zu machen, nicht gewesen zu sein.“

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Merkel aber distanzierte sich kürzlich vom Vizekanzler der Großen Koalition. Gabor Steingart bezeichnete dies als „vielleicht lebensrettende Maßnahme“, denn der Wahlkampf laufe schlecht für Laschet.

Scholz als Kanzler „geht nur mit Ampelkoalition oder Rot-Grün-Rot“

Auf die Frage, warum die SPD eine Koalition mit der Linkspartei nicht ausschließe, antwortete Parteivorsitzende Esken, dass die Sozialdemokraten dazu einen Beschluss gefasst hätten. „Klarheit und Wahrheit steht in unserem Programm.“ Roßbach ordnete ein: „Wenn Scholz Kanzler werden will, dann geht das nur mit einer Ampelkoalition oder Rot-Grün-Rot.“ Schon allein deshalb könne die SPD eine Koalition mit der Linken nicht ausschließen.

Lindner hingegen erneuerte seine Warnung vor einem Linksruck. Vor einigen Jahren hätte Olaf Scholz vor der Wahl in Hamburg Gespräche mit der FDP ausgeschlossen. „Deshalb muss man ernst nehmen, dass die SPD die Linkspartei jetzt nicht ausschließt.“

Auch die Steuerpläne der Parteien standen bei „Maybrit Illner“ zur Debatte. Lindner kritisierte, dass hohe Unternehmenssteuern Investitionen in Deutschland verhinderten. Esken hingegen war der Meinung, dass das nicht daran läge, dass die Steuern zu hoch wären, sondern weil Geld, das „auf der hohen Kante“ liege, nicht genutzt werde.

RND/sic

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