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Mattis preschte vor - Weitere Republikaner schließen sich Kritik an Trump an

  • Donald Trump hat bisher den Rückhalt der meisten seiner Republikaner - trotz aller Eskapaden.
  • Der heftigen Kritik von Ex-Pentagonchef Mattis an seiner Reaktion auf die Proteste in den USA schließen sich nun aber erste ranghohe Parteimitglieder an.
  • Trumps Ton und seine weiteren Wortmeldungen hätten die Menschen nicht zusammengebracht.
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Washington. Ex-Pentagonchef Jim Mattis hat mit seiner heftigen Kritik an US-Präsident Donald Trump bei einigen Republikanern einen Nerv getroffen. Mattis’ Äußerungen seien “notwendig und überfällig”, sagte Alaskas Senatorin Lisa Murkowski am Donnerstag. Vielleicht gelange man nun an einen Punkt, an dem der Umgang mit parteiinternen Bedenken ehrlicher werde.

Dazu gehöre der Mut, eigene Überzeugungen zu haben und seine Meinung zu sagen, sagte Murkowksi. Auf die Frage, ob sie Trump noch unterstütze, antwortete sie: "Ich ringe damit. Ich ringe damit seit einer langen Zeit." Trump reagierte prompt auf die Absetzbewegungen der Senatorin. Wenn Murkowski sich 2022 um eine Wiederwahl bewerbe, werde er gegen sie Wahlkampf machen, twitterte er. Dafür werde er jeden anderen Kandidaten unterstützen - ob er oder sie "gut oder schlecht" sei, sei ihm egal.

“Es geht mehr um den Ton”

In einem Gastbeitrag für das Magazin "The Atlantic" hatte Mattis dem Präsidenten unter dem Eindruck der Proteste gegen rassistische Polizeigewalt in den USA vorgeworfen, Zwietracht im Land zu säen. Trump sei "der erste Präsident zu meinen Lebzeiten, der nicht versucht, das amerikanische Volk zu einen - der nicht einmal vorgibt, es zu versuchen", schrieb Mattis. "Stattdessen versucht er, uns zu spalten." Die Amerikaner rief Mattis zudem auf, sich ohne Trump zusammenzutun.

Auf die teils von Gewaltexzessen überschatteten Proteste nach dem Tod des Schwarzen George Floyd in Polizeigewahrsam reagierte Trump zuletzt mit Rufen nach mehr "Recht und Ordnung" und einem möglichen Militäreinsatz. Auch bei friedlichen Demonstrationen sollten die Sicherheitskräfte Dominanz zeigen. Kritiker warfen ihm vor, sich zugleich weniger entschlossen gegen Diskriminierung aufgrund der Ethnie und gegen Polizeibrutalität zu richten, obwohl diese Themen die sozialen Unruhen befeuert hätten.

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Ohios republikanischer Senator Rob Portman äußerte ebenfalls sein Unbehagen über Trumps Reaktion, wenn auch verhaltener als seine Kollegin Murkowski. So wies er darauf hin, dass der Präsident den Tod Floyds verurteilt und friedliche Demonstrationen begrüßt habe. Doch habe Trumps Ton und seine weiteren Wortmeldungen die Menschen nicht zusammengebracht, sagte Portman. "Es geht mehr um den Ton. Ich denke, dass er diese Botschaft wahrscheinlich von einer Menge Leuten bekommt."

RND/AP

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