Massiver Hackerangriff auf die CDU

  • Der digitale Parteitag der CDU war das Ziel eines Cyberangriffs.
  • Doch die Partei war vorbereitet.
  • Die Attacke traf die falschen Server.
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Berlin. So unsicher der Ausgang der Vorstandswahl zu Beginn des ersten komplett digitalen CDU-Parteitags war, so klar war sofort dies: Hacker versuchten, das System lahmzulegen. Das Ringen der CDU um die Ausrichtung der Partei nach der Ära Merkel wurde weltweit verfolgt – eine technische Panne oder gar eine Manipulation des Ablaufs hätte Wirkung hinterlassen.

Deutschland hätte eine digitale Verletzbarkeit offenbart. Der Druck vor allem auf CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak war entsprechend riesig. Er teilte mit, die Angriffe seien aus dem Ausland gekommen. Solche Störungen seien nicht „witzig“, sagte er.

In der Fachsprache handelte es sich um DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service). Dabei versuchen die Angreifer, den Server des Opfers mit einer gigantischen Menge von Anfragen zu blockieren. Ins Visier nahmen die Täter – Cyberattacken sind Straftaten – am Freitagabend die CDU-Homepage www.cdu.de. Wer über diese Seite den Auftakt des Parteitags verfolgte, sah mehrfach nur ein Standbild mit einem sich endlos drehenden Kreis in der Mitte.

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Ein ziemliches Drama für einen Kongress, bei dem die 1001 Delegierten nur online über das Erbe von Kanzlerin Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer entscheiden konnten. Denn es kam auf jedes Wort an. Und gar eine Störung bei der Abstimmung über den neuen Vorsitzenden am Samstag wäre ein GAU gewesen.

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Die Organisatoren im Konrad-Adenauer-Haus hatten aber vorgesorgt: Die digitalen Arbeitsplätze der Delegierten waren vorsichtshalber außerhalb der CDU-Infrastruktur aufgesetzt worden. Auch das digitale Wahlsystem konnten die Angreifer nicht erreichen. Vermutlich wussten sie auch gar nichts davon.

Der Angriff auf die Homepage wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom zurückgedrängt. Dazu unterbanden die Techniker zunächst Zugriffe aus Osteuropa und Afrika, wo Server der Angreifer lokalisiert wurden. Schließlich wurden auch bestimmte IP-Adressen in Deutschland blockiert, von denen DDoS-Datenpakete auf den CDU-Server abgefeuert wurden, berichtete die Deutsche Presse-Agentur.

Der neue Parteivorsitzende Armin Laschet sagte in seinem Schlusswort, der digitale Parteitag sei ein „großes Risiko“ gewesen. Man müsse sich nur vorstellen, was passiert wäre, wenn technisch etwas schiefgegangen wäre, eine Abstimmung nicht funktioniert hätte oder einer der Hackerangriffe erfolgreich gewesen wäre. „Die Häme in ganz Deutschland wäre uns gewiss gewesen.“ Im Ausland sicher auch, zumal in China und Russland.

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