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  • Maskenpflicht bis 2022 auch für Geimpfte: Warum Spahns Vorhaben überzogen ist - Schutz nur für ungewollt Ungeimpfte

Nur die ungewollt Ungeimpften müssen geschützt werden

  • Gesundheitsminister Spahn will die Maskenpflicht zum Beispiel beim Einkaufen bis Frühjahr 2022 fortsetzen – auch für Geimpfte.
  • Das ist überzogen.
  • Diejenigen, für die aus medizinischen Gründen eine Impfung nicht möglich ist, können auch auf andere Weise geschützt werden, kommentiert Tim Szent-Ivanyi.
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Berlin. Die Menschen haben es satt. Sie wollen nichts mehr hören von Corona. Sie möchten ihren gewohnten Alltag zurück, sie wollen ausgehen, in den Urlaub fliegen – ohne Einschränkungen, ohne Maske. Die Vorschläge von Gesundheitsminister Jens Spahn für den weiteren Umgang mit der Pandemie erscheinen daher als Zumutung.

Geht es nach dem CDU-Politiker, müssen mindestens bis zum nächsten Frühjahr Masken getragen werden, und zwar auch von Geimpften und Genesenen.

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Dabei wird in den kommenden Wochen der Punkt erreicht sein, an dem alle Bürger die Chance für eine zweite Impfung bekommen haben. Wer sich dagegen entscheidet, für den ist Covid-19 ein individuelles Gesundheitsrisiko – vergleichbar vielleicht mit einem Radfahrer, der trotz aller Warnungen keinen Helm trägt. Es ist nicht Sache derjenigen, die sich selbst schützen, Rücksicht auf die Ungeimpften zu nehmen.

Aber halt: Es gibt nach wie vor eine in ihrer Größenordnung nicht zu unterschätzende Personengruppe, für die es derzeit keine Impfempfehlung gibt. Dazu zählen Kinder und Jugendliche unter 17 Jahre, Schwangere und Patientinnen und Patienten mit bestimmen Vorerkrankungen, etwa Allergien. Sie gilt es weiterhin zu schützen.

Und es bleibt dabei, dass das Maskentragen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Geschäften nun wirklich inzwischen geübte Praxis und eine vergleichsweise milde Einschränkung ist.

Diese Gruppe wird jedoch hoffentlich schon in den nächsten Wochen immer kleiner, wenn sich die Ständige Impfkommission endlich dazu durchringt, auch für Heranwachsende und Schwangere eine Impfempfehlung auszusprechen.

Und für diejenigen, die sich weiterhin aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sollte es spezielle Hilfen geben, etwa Zuschüsse für besonders hochwertige Schutzmasken oder für Taxifahrten. Eine Maskenpflicht bis zum kommenden Frühjahr ist dann nicht notwendig.

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