Söder fordert „2G flächendeckend in Deutschland“

  • Bayern liegt bei den Corona-Neuinfektionen im Deutschland-Vergleich weit vorne.
  • Ministerpräsident Markus Söder hat den Katastrophenfall für sein Bundesland ausgerufen.
  • Für ganz Deutschland fordert Söder die Einführung der 2G-Regel – mit Maskenpflicht.
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München. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spricht von einer „sehr ernsten Lage“ in seinem Land. Er macht die niedrigen Impfquoten im Süden für den rasanten Anstieg der Corona-Infektionen verantwortlich. Auch seien die Impfdurchbrüche ein zentraler Pandemietreiber. Gleichzeitig wies er am Donnerstagmorgen im ARD-Morgenmagazin Vorwürfe zurück, die Politik habe zu spät reagiert. „Es sind nicht die Staaten schuld“, sagte der CSU-Chef. „Ein Teil der Menschen verhält sich (...) nach wie vor unvernünftig.“

Das, was der Bund, die Ampelparteien, nun planten, „reicht nicht“, sagte Markus Söder am Donnerstagmittag in München. Ein Freedom-Day sei „absurd“. Söder fordert die bundesweite Einführung von 2G – mit Maskenpflicht. Auch 3G am Arbeitsplatz müsse konsequent durchgesetzt werden. Zwar begrüße er das Treffen von Bund und Ländern in der kommenden Woche, doch sei die Gesetzgebung für die Ampelpläne dann bereits durch. Ein Treffen hätte davor anberaumt werden müssen.

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Erstmals mehr als 50.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland
0:41 min
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Schwelle von 50.000 überschritten.  © AFP
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Söder forderte außerdem ein bundesweit koordiniertes Vorgehen gegen gefälschte Impfpässe.

Landkreis Rottal-Inn mit Inzidenz von 1140,4

In Bayern sind sowohl die Infektions- als auch die Todeszahlen weit überdurchschnittlich, die Staatsregierung hat deswegen für Donnerstag die neuerliche Ausrufung des landesweiten Katastrophenfalls erklärt. Damit kann das Innenministerium unter anderem die Arbeit der Behörden in der medizinischen Versorgung landesweit koordinieren.

Der Landkreis Rottal-Inn lag am Donnerstag laut Robert Koch-Institut mit einer Inzidenz von 1140,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen weiter bundesweit an der Spitze, gefolgt von vier weiteren bayerischen Kommunen. Das RKI meldete am Donnerstagvormittag 71 neue Pandemietote in Bayern, fast ein Drittel der bundesweit berichteten 234 Todesfälle.

Die Impfquote in Bayern ist dagegen die niedrigste in Westdeutschland. Am Mittwoch waren laut Dashboard des Bundes 65,2 Prozent der Bürger vollständig geimpft. Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben dagegen Impfquoten von über 70 Prozent.

RND/dpa

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