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  • Markus Söder stichelt gegen Armin Laschet - Abwärtstrend der Union

Söders Sticheleien und ein Stich ins Herz

  • Seit vergangener Woche ist CDU-Chef Armin Laschet Kanzlerkandidat der Union.
  • Seitdem hört Markus Söder aber nicht auf, gegen Laschet zu sticheln.
  • Damit macht er es der eigenen Union nicht leicht, aus dem Tief der vorigen Wochen zu kommen, kommentiert Kristina Dunz.
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Berlin. Er sei der „Kandidat der Herzen“, hatte CSU-Generalsekretär Markus Blume über den im Machtkampf mit CDU-Chef Armin Laschet unterlegenen Markus Söder gesagt. Diese überraschende Emotionalität in der CSU spricht Bände. Erstens soll die eigene Enttäuschung gar nicht verborgen werden. Und zweitens lautet ihre Botschaft: Söder ist der eigentliche Gewinner, denn die Menschen im Land wollten ihn und nicht Laschet.

Zumindest zeigt Söder schon jetzt, dass er den Kanzlerkandidaten der Union herzlich gern vor sich hertreiben möchte. Seine Interviews strotzen vor Sticheleien. Zusammengefasst zeichnet er dieses Meinungsbild: Laschet sei von gestern und außerdem zu schwach.

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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte eine erneute Personaldebatte anstoßen

Der CDU-Chef hat nur sehr wenig Zeit, um Boden in der Union sowie in Umfragen gutzumachen. Ihm bleiben vielleicht nicht einmal die fünf Monate bis zur Bundestagswahl, denn den ersten großen Test muss er bereits in knapp sechs Wochen bestehen: die Auswirkungen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Schon jetzt heißt es bei Söder-Unterstützern in der CDU: Zieht die AfD dort an der regierenden CDU vorbei und kann Laschet die Werte der Union im Bund nicht wieder klar vor die Grünen bringen, sei eine erneute Personaldebatte nicht aufzuhalten.

Derzeit sieht es nicht danach aus, dass Söder das missfallen würde. Und auch nicht danach, dass er wie versprochen ohne Groll die Entscheidung in der CDU für Laschet akzeptiert. Er zündelt weiter innerhalb der eigenen Union, sodass sie aus ihrem Tief der vorigen Woche noch nicht herausschreiten kann.

Aufbruch sieht jedenfalls anders aus, als dass Laschet auch am Montag wieder auf Söder-Bemerkungen reagieren und ihn als „vertrauenswürdigen Partner“ bezeichnen muss.

Apropos Kandidat der Herzen. Es war eben nicht einfach nur eine Entscheidung für Laschet, sondern für Söder offensichtlich auch ein Stich ins Herz.

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