Söder: DDR-Bürger hätten Friedensnobelpreis verdient

Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder würdigen ehemalige DDR-Bürger. Der CSU-Chef findet, dass sie sich „einen echten Friedensnobelpreis“ verdient hätten. Für die AfD fanden die beiden weniger freundliche Worte.

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Mödlareuth. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und CSU-Chef Markus Söder haben die Wiedervereinigung als Geschenk und glücklichste Stunde der deutschen Geschichte bezeichnet. „Wo auf der Welt hat es je eine solche friedliche Revolution gegeben“, sagte Söder am Donnerstag bei einer Kundgebung von CDU und CSU im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth an der Grenze von Bayern und Thüringen.

Söder betonte: „Wenn jemand den Friedensnobelpreis verdient hat, dann sind das die Menschen, die damals mit Mut und Herz, mit Vergebung und Kraft, mit Leidenschaft und Ehrbarkeit dafür gesorgt haben, dass auf deutschem Boden diese friedliche Revolution stattfand.“ Dafür hätten diese Menschen „einen echten Friedensnobelpreis verdient“. Denn der Sozialismus und der Kommunismus seien nicht durch Staatsmänner gestürzt worden, sondern durch die Menschen in den neuen Ländern.

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Beide riefen zu mehr Zusammenhalt im Land auf – und griffen vor allem die AfD scharf an. Söder betonte: „Am Ende sind wir nicht Ossis und Wessis – wir sind Deutsche.“ Er rief die Menschen im ganzen Land nun zu mehr Mut und Zuversicht auf. Kramp-Karrenbauer betonte: „Deutschland ist eine Einheit, aber Deutschland ist auch vielfältig.“ Mit Blick auf die AfD warnte sie, diese wolle eine „Rolle rückwärts“, neue Mauern und neue Grenzen in den Köpfen – die AfD wolle „eine andere Republik“.

AKK greift AfD und Ramelow an

Vor allem die AfD griff Kramp-Karrenbauer in ihrer Rede mehrfach frontal an. Die AfD im Bundestag sei eine „scheinbürgerliche Fraktion“, sagte sie und warnte vor „denen, die nur krakeelen und sich verweigern“: „Es ist gut, dass wir bei der künstlichen Intelligenz noch ’ne Schippe drauflegen. Ich glaube, der eine oder andere im Bundestag, der braucht da noch ’ne ganze Menge davon, weil mit der natürlichen Intelligenz ist es da nicht so besonders weit.“

Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen griff die CDU-Chefin aber auch den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) direkt an und bezeichnete ihn abfällig als „Salon-Linken“. Der CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring sagte über Ramelow: „Dieser Mann gehört abgewählt.“

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Mödlareuth als „Little Berlin“

Mödlareuth liegt genau an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen, zwischen West- und Ostdeutschland. In dem 40-Einwohner-Dorf gab es während der deutschen Teilung eine Mauer, aber keinen Checkpoint. Mehr als 37 Jahre lang war es auf legale Weise nicht möglich, die Grenze zu überschreiten, um von dem einen in den anderen Ortsteil zu gelangen. Wegen des meterhohen Betonwalls nannten die Amerikaner das kleine Dorf nördlich von Hof „Little Berlin“. Heute gibt es dort ein Museum, das an dieses denkwürdige Kapitel der Geschichte erinnert.

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