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  • Markus Lanz gestern: Merz vor CDU-Vorsitzwahl „gespannt und angespannt“

TV-Kritik zu Markus Lanz vor der CDU-Vorsitzwahl: „Das Ende der Ära Merkel wird besiegelt“

  • Der CDU-Bundesparteitag steht kurz bevor und damit auch die Wahl des neuen Parteivorsitzenden.
  • Friedrich Merz zeigt sich im Talk von Markus Lanz zuversichtlich und spricht von guten Umfragewerten.
  • Doch bringt ihm das am Ende auch die Kanzlerkandidatur?
Katharina Hensel
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Berlin. Der Countdown läuft: nur noch wenige Tage bis zum digitalen Bundesparteitag der CDU. Wegen der Corona-Pandemie wird alles anders sein: Der Vorsitzende wird digital gewählt, die Bewerbungsreden müssen die drei Kandidaten alleine halten.

Am Samstag steht nun also fast ein Jahr nach dem Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer die Wahl des neuen Parteichefs an – und damit auch des Kanzlerkandidaten? Zur Wahl stehen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Außenpolitiker Norbert Röttgen und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz.

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Ausgang offen: CDU wählt neuen Parteichef
2:50 min
Umfragen zufolge liegt keiner der drei Kandidaten in der Gunst der CDU-Anhänger mit deutlichem Abstand vorne.  © Reuters
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Friedrich Merz ist „gespannt und angespannt“

Letzterer zeigt sich bei der Talkrunde am Mittwochabend bei Markus Lanz zuversichtlich. „Wir alle drei gehen davon aus, dass wir das schaffen können”, sagt Merz. Ob er nervös sei, fragt Moderator Lanz. „Ich sitze ganz ruhig bei Ihnen”, sagt der CDU-Politiker, auch wenn er später noch zugibt, auf Samstag „gespannt und angespannt” zu sein.

Eva Quadbeck, stellvertretende Chefredakteurin des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) und Leiterin des Hauptstadtstudios, ordnet die Wahl am Samstag ein: „Das Ende der Ära Merkel wird besiegelt.” Auch wenn es noch nicht ausgemacht sei, dass der nächste Kanzlerkandidat am Samstag gewählt wird, würden die Delegierten dies im Kopf haben, wenn sie den Knopf bei der Abstimmung drücken.

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Kampf um Parteivorsitz der CDU: Merz, Laschet und Röttgen diskutieren
2:08 min
Einen Monat vor der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden ging es am Montagabend in Berlin um viele Themen.  © Reuters
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Rennen um CDU-Vorsitz als „Merkel-look-alike-Wettbewerb“

Die Journalistin macht den Unterschied der Situation im Vergleich zur letzten CDU-Vorsitzwahl 2018 deutlich: Während Angela Merkel zu dieser Zeit mit dem Rücken zur Wand gestanden habe, war Merz ihr „Gegenpart, der Anti-Merkel, der Gegenspieler”. Bei dieser Wahl sei das anders, so Quadbeck.

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Das Rennen um den CDU-Vorsitz sei eher ein „Merkel-look-alike-Wettbewerb” geworden. In diesem Punkt sei ein Armin Laschet, der der Kanzlerin immer den Rücken gestärkt habe, näher dran. Doch am Ende werde es „eine strategische Entscheidung” der CDU sein, so die Journalistin.

Merz, der sich nie als „Anti-Merkel” gesehen hat, sieht sich für die Parteichefwahl in Umfrageergebnissen bestätigt. Bei der Frage danach, ob der Parteivorsitzende auch Kanzlerkandidat werde, bleibt Merz zurückhaltend. „Die Entscheidung treffen CSU und CDU nach der Wahl des Parteivorsitzenden gemeinsam.”

Frage um Kanzlerkandidatur könne „noch viel Streit und Debatte auslösen“

Journalistin Quadbeck macht deutlich: „Man kann davon ausgehen, dass am Samstagnachmittag die Debatte um den Kanzlerkandidaten erst richtig losbricht und dass eben überhaupt nicht abgemacht ist, dass derjenige, der Vorsitzender wird, tatsächlich Kanzlerkandidat wird.” Umfragewerte würden hinter den Kulissen eine Rolle spielen. „Und da haben sich Spahn und Söder vom Rest des Feldes ziemlich weit abgesetzt“, sagt sie.

Alles Gründe, den Prozess der Kanzlerkandidatenkür nicht zu lange dauern zu lassen, findet dann auch Friedrich Merz.

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Nach erneutem Ausbruch: Lockdown in China

Doch nicht nur über die CDU-Wahl wird in der Sendung gesprochen. Während der zugeschaltete Gast Ulf Röller, Leiter des ZDF-Studios Ostasien, ausschließlich kurz zu Beginn der Sendung die Lage nach dem erneuten Corona-Ausbruch in China beschreibt, kommt der Biologe und Gründer der Biotech-Unternehmens Cure Vac, Ingmar Hoerr, nur in den letzten Minuten der Sendung zu Wort.

Hoerr schildert, wie schwer es bei der Gründung war, Risikokapitalgeber in Deutschland zu überzeugen. Der Cure-Vac-Gründer sorgt bei seiner Schilderung des Treffens mit Bill Gates für den Moment zum Schmunzeln in der Sendung. Denn als er diesen in einem Keller eines Parisers Hotels traf, um sein Unternehmen vorzustellen, wollte der Techgigant keine Präsentation auf seiner eigenen Powerpoint-Software, sondern einen Ausdruck auf Papier. Nach der halbstündigen Präsentation investierte Gates damals 20 Millionen Euro. „Das Geld war nach fünf Tagen da“, sagt Hoerr. In Deutschland würde das womöglich fünf Jahre dauern.

Der Biologe plädiert dann noch für eine globale Impfstrategie. Denn wenn sich das Virus irgendwo auf der Welt verstecke, komme es früher oder später auch nach Deutschland mit einer Macht zurück. „Allein aus diesem Grund müssen wir alle Länder auf der ganzen Welt immunisieren“, sagt er.

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Zumindest zum Abschluss der Sendung gibt es von einem ruhigen Friedrich Merz doch noch eine kleine Stichelei gegen seinen Mitstreiter Laschet, den er als guten Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen bezeichnet – der dort auch gerne bleiben dürfe.

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