Putins Angriffe auf zivile Ziele

Grünen-Politikerin Marina Weisband: „Dieser Krieg ist darauf ausgelegt, Terror zu veranstalten“

Marina Weisband spricht in Laatzen über Digitalisierung und Demokratie.

Die Grünen-Politikerin und Publizistin Marina Weisband.

„Wladimir Putin treibt die Eskalation des Krieges in der Ukraine unerbittlich voran“, begann Anne Will die gleichnamige ARD-Talkshow, „seit Montag nun lässt er verstärkt zivile Ziele angreifen. Tag für Tag, Nacht für Nacht - und immer wieder droht er auch mit dem Einsatz von Atomwaffen.“ Wie lässt sich die Eskalation der Brutalität noch aufhalten? Darüber diskutierte Anne Will am Sonntag mit ihren Gästen, unter anderem mit FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Grünen-Politikerin und Publizistin Marina Weisband sowie Russland-Expertin Sarah Pagung.

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

„Man muss sehen, der Krieg dauert eben nicht acht Monate, er dauert acht Jahre“, erinnerte Weisband an die Annexion der Krim 2014, „und auch der Beschuss ziviler Ziele ist nicht neu. Er ist beinahe täglich. Dieser Krieg ist darauf ausgelegt, Terror zu veranstalten. Die Zivilbevölkerung zu töten und die Ukraine als Land zu vernichten.“ Weisband ist in der Ukraine geboren und stehe im täglichen Kontakt mit ihrer Familie, die - so wie viele Menschen - für Freiheit kämpften und nicht daran dächten aufzugeben.

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Weisband rechnet nun damit, Putin könne für einen Waffenstillstand werben: „Das Beste, was ihm jetzt passieren kann, ist ein Einfrieren des Konflikts, damit er dann in Ruhe aufrüsten und Anfang des Jahres die Invasion neu fahren kann“, vermutete sie. Ihre Losung: nicht darauf eingehen, weiter Städte befreien und die ukrainische Bevölkerung von der Terror-Besatzung erlösen.

„Putin zeigt, dass keine Konzessionen gemacht werden“

Anderer Meinung war Sarah Pagung. Zwar stimmte sie Weisband in dem Punkt zu, dass ein Waffenstillstand ein „cleverer Schachzug“ wäre, sie hält ihn dennoch für unwahrscheinlich. Nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass Sergej Surowikin als neuer Kommandeur für den russischen Ukraine-Feldzug ernannt wurde. „Putin zeigt, dass keine Konzessionen gemacht werden und dass Russland auch zu absoluter Brutalität bereit ist“, erläuterte sie. „Es geht jetzt darum, abzusichern, was Russland bisher erobert hat und der Ukraine massiven Schaden zuzufügen, um ihre Fähigkeit zu weiteren Rückeroberungen zu minimieren.“

Laut FDP-Politikerin Agnes Strack-Zimmermann würde Putin nicht davor zurückschrecken, eine „atomare Eskalation heraufzubeschwören“, zumindest rhetorisch. Er wisse genau, was er bei den Nachbarländern damit auslöse - dennoch sehe sie in Putin keine nukleare Bedrohung. „Der Optimismus, dass man sein Land verteidigen kann, ist ungebrochen“, erklärte Strack-Zimmermann zudem. Zuletzt war die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag nochmals in die Ukraine gereist und hatte dort auch mit Soldaten gesprochen. „Man glaubt, dass Putin hoch pokert, um eben Verunsicherung zu säen“, gab sie deren Einschätzung wider.

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Putins größte Angst

In den Augen des russischen Schriftstellers Viktor Jerofejew, er floh über Umwege nach Deutschland und war ebenfalls bei „Anne Will“ zu Gast, sei Putin „ein Mensch des Krieges. Ein Mensch aus den Leningrader Hinterhöfen, ein Gopnik, ein Hinterhofschläger.“

Schließlich mahnte Marina Weisband, man könne es auch übertreiben mit der Deutung des Kreml-Machthabers: „Was er am meisten fürchten würde, ist, wenn wir ihn einfach nicht die ganze Zeit psychoanalysieren würden und schauen: Was denkt Putin, was könnte er tun?“ Weisband: „Wir müssen sagen: Hey, du macht das und das, dann schicken wir ein paar Leopard-Panzer. Du machst das und das, dann bemühen wir uns noch mehr, das Land, das rechtlich der Ukraine gehört, zu verteidigen.“

RND/Teleschau

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