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Marburger Bund begrüßt Leopoldina-Empfehlung für Lockdown nach Weihnachten

  • Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt aufgrund der kritischen Infektionslage, die Weihnachtsfeiertage und Silvester für einen harten Lockdown zu nutzen.
  • Die Ärztegewerkschaft unterstützt das.
  • Viele Kliniken seien an der Belastungsgrenze.
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Berlin. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die Empfehlung der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina für einen harten Lockdown nach Weihnachten begrüßt. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“ sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Nach mehr als fünf Wochen Teil-Lockdown müssen wir leider konstatieren, dass die Welle nicht gebrochen ist“, betonte sie. „Die Intensiv- und Isolierstationen füllen sich von Tag zu Tag, ohne dass irgendeine Trendumkehr zu erkennen ist und leider sterben täglich Hunderte von Menschen an oder mit einer Covid-19-Infektion“, so Johna. „Kontaktbeschränkungen sind derzeit die einzige Möglichkeit, die Ansteckungsraten deutlich zu verringern“, argumentierte sie.

Johna forderte zudem, frühere Überlegungen der Bundesländer für Einschränkungen oder Verbote von Silvesterfeuerwerk wieder aufzugreifen. „Es muss unbedingt verhindert werden, dass zusätzlich zu den Covid-19-Patienten und den vielen anderen Notfällen auch noch Tausende Menschen mit Verletzungen durch Feuerwerkskörper in die Notaufnahmen kommen“, sagte sie.

Die Verbandsvorsitzende mahnte, in vielen Kliniken seien die Belastungsgrenzen längst erreicht. „Wer über Wochen mit höchstem Einsatz arbeitet und kaum noch Pausen hat, droht selbst krank zu werden“, sagte sie. Es sei alarmierend, dass dem Robert-Koch-Institut am Wochenende erstmals mehr als 500 Sars-CoV-2-Neuinfektionen unter Gesundheitsmitarbeitern binnen 24 Stunden gemeldet worden seien.

Entlastung des medizinischen Personals

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Johna forderte eine Entlastung von Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräften. „Planbare Eingriffe, die aus individueller ärztlicher Beurteilung keine Dringlichkeit haben, sollten ausgesetzt und alle Krankenhäuser angemessen finanziell entschädigt werden“, verlangte sie. Zudem fordere der Marburger Bund schon seit Wochen, dass Vorgaben zur Dokumentation und andere Verwaltungstätigkeiten ausgesetzt werden müssten. „Die Politik stellt sich aber weiterhin taub“, kritisierte Johna: „Unsinnige Vorgaben zur Kosten- und teils auch zur Qualitätskontrolle sind offenkundig wichtiger als Zeit für Patientinnen und Patienten.“

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