Manuela Schwesig ist offen für deutschlandweites Zentralabitur

Die Debatte über ein deutschlandweites Zentralabitur reißt nicht ab. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeigt sich offen dafür. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fordert die Länder derweil zur Qualitätssicherung in Kernfächern wie Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch auf.

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Berlin. Mecklenburg Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist offen für ein deutschlandweites Zentralabitur. „Die Schulsysteme und auch die Schulabschlüsse der Länder müssen vergleichbar sein. Ein Zentralabitur wäre sicherlich eine Lösung dafür“, sagte Schwesig, die zurzeit eine von drei kommissarischen SPD-Vorsitzenden ist, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Zumindest brauchen wir möglichst viele gemeinsame Standards“, fügte sie hinzu. Darauf wirke Mecklenburg-Vorpommern in der Kultusministerkonferenz hin.

Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer mahnte die Länder zu mehr Reformgeist beim Abitur. "Der Bildungsföderalismus muss sich bewegen, damit er überleben kann. Ein vergleichbares Abitur ist zum Vorteil aller Schüler", sagte der BDA-Präsident dem RND. Es müsse nicht alles komplett identisch sein, sagte Kramer. Aber er fügte hinzu: "Die Länder müssen sich aufraffen und das, was sie mit dem gemeinsamen Aufgabenpool begonnen haben, konsequent zu Ende zu bringen. In wichtigen Kernfächern – wie Mathe, Naturwissenschaften, Fremdsprachen und Deutsch – muss das Abitur vergleichbar sein." Er forderte: "In diesen Fächern sollten die Länder gemeinsam Aufgaben entwickeln und sicherstellen, dass dann auch wirklich alle darauf zurückgreifen."

Ruf nach Qualitätssicherung

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Kramer stimmte zugleich dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz zu, der massive Mängel bei der Studierfähigkeit der Abiturienten beklagt hatte. "Als Arbeitgeber erleben wir auf allen Ebenen, dass die Grundausbildung in Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch nachgelassen hat", sagte Kramer dem RND. Der BDA-Präsident setzte hinzu: "Die Kultusminister sind unbedingt gefordert, in den Kernfächern mehr für die Qualitätssicherung zu tun. Das ist dringend notwendig für jede Ausbildungsfähigkeit."

Angestoßen hatte die Debatte über das Zentralabitur Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). "Wir brauchen in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur und auch für andere Schulabschlüsse zentrale Prüfungen", hatte sie dem RND gesagt. In Ländern wie Bayern gibt es starken Widerstand gegen die Idee. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Länder zu raschen Schritten aufgefordert. Sie sollten noch in diesem Jahr zu ersten Ergebnissen wie der Verabschiedung eines Fahrplans kommen, sagte Karliczek.

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Von Tobias Peter/RND

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