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Mali: Militärjunta macht eigenen Anführer zum Vizepräsidenten

  • Mitte August wurde der bisherige Präsident von Mali, Ibrahim Boubacar Keïta, gestürzt.
  • Seither regiert eine Militärjunta das krisengebeutelte Land, in dem auch Bundeswehrsoldaten stationiert sind.
  • Nun hat die Junta verkündet, den militärisch erfahrenen früheren Verteidigungsminister Bah N’Daw zum Übergangspräsidenten ernennen zu wollen – und eine weitere Entscheidung getroffen, die für Streit sorgen dürfte.
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Mali. Nach dem Putsch in Mali hat die Militärjunta einen neuen Übergangspräsidenten verkündet. Der ehemalige Verteidigungsminister Bah N’Daw werde am Freitag in dem Amt vereidigt, teilte der Anführer der Junta, Assimi Goïta, am Montag im Staatsfernsehen mit. Goïta selbst wird demnach den Posten des Vizepräsidenten übernehmen. Das Duo wird das Land übergangsweise bis zu Wahlen regieren. Der 70-jährige N’Daw hielt in der Vergangenheit mehrere hochrangige Rollen im Militär inne.

Der bisherige Präsident des westafrikanischen Krisenlandes, Ibrahim Boubacar Keïta, wurde Mitte August gestürzt. Seitdem regiert eine Militärjunta das Land, in dem zur Stabilisierung der von Terror heimgesuchten Region auch Bundeswehrsoldaten und deutsche Polizisten an UN- oder EU-Missionen teilnehmen.

Das regionale Staatenbündnis Ecowas hatte nach dem Putsch Sanktionen gegen Mali verhängt und die Junta unter Druck gesetzt, sofort einen zivilen Übergangspräsidenten und -premier einzusetzen. Ecowas will zudem eine Übergangsperiode von nicht mehr als 18 Monaten.

Die Amtsvergabe an Goita dürfte demnach schnell von der internationalen Gemeinschaft abgelehnt werden.

RND/dpa/AP

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