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Mag die Erste sein, aber nicht die letzte – Harris wendet sich in Rede an die Frauen

  • Kamala Harris ist die erste Frau, die US-Vizepräsidentin wird.
  • Bei ihrer Rede zollte sie vor allem denjenigen schwarzen Frauen vor ihr Respekt, die das nun möglich gemacht haben.
  • „Ich mag zwar die erste Frau in diesem Amt sein, aber ich werde nicht die letzte sein.“
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Wilmington. Die designierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat den Frauen Respekt gezollt, auf deren Schultern sie steht. „Heute Abend denke ich über ihren Kampf, ihre Entschlossenheit und die Stärke ihrer Vision nach“, sagte Harris am Samstagabend in Wilmington (Delaware) über die Frauen, die für ihre Rechte gekämpft haben und auch dafür verantwortlich sind, dass erstmals eine Frau US-Vizepräsidentin wird. In den Spitzenpositionen der US-amerikanischen Politik waren bisher überwiegend weiße Männer.

Es war ihre erste Rede nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses am Samstag. Harris trug einen weißen Anzug, in Anlehnung an die Suffragetten-Bewegung in den USA, als Frauen für ihr Wahlrecht demonstrierten. Sie nannte es ein Zeugnis des Charakters des designierten Präsidenten, den „Mut“ zu haben, „eine der bedeutendsten Barrieren, die in unserem Land existieren, zu durchbrechen“ und eine Frau als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft auszuwählen. „Ich mag zwar die erste Frau in diesem Amt sein, aber ich werde nicht die letzte sein“, sagte Harris.

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Die 56-jährige Senatorin aus Kalifornien, die auch die erste Person mit südasiatischem Hintergrund in dem Amt wird, repräsentiert den Multikulturalismus in den USA, jedoch nicht die Machtzentren in Washington. Als schwarze Frau konnte sie im vergangenen Jahr, das auch von Protesten gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und strukturellen Rassismus geprägt war, aus persönlicher Sicht sprechen. Ihre Wahl in das höchste Amt in den USA, in das jemals eine Frau gewählt wurde, gibt Frauen Hoffnung, die von Hillary Clintons Niederlage, der demokratischen Kandidatin 2016, erschüttert waren.

Kleinen Kindern empfahl Harris, „mit Ehrgeiz zu träumen, mit Überzeugung zu führen, und euch selbst auf eine Art zu sehen, die andere vielleicht deshalb nicht sehen, weil sie es noch nie gesehen haben“. Die frühere Generalstaatsanwältin von Kalifornien und Senatorin soll gemeinsam mit Biden am 20. Januar vereidigt werden.

Im Sommer machte Biden Harris zu seiner Vize-Kandidatin. Ganze Artikel beschäftigten sich mit der Tatsache, dass Harris im Wahlkampf meist Turnschuhe trug - wie auch oft ihr Mann Douglas Emhoff. Einige sahen darin ihren Tatendrang. Biden beschreibt Harris als “furchtlose Kämpferin”. Mit seiner Entscheidung für sie ebnete er den Weg dafür, dass es in nicht allzu ferner Zukunft eine schwarze Präsidentin in den USA geben könnte. Der gewählte Präsident Biden ist 77 Jahre alt - die 56-Jährige Harris könnte ihn beerben, zumindest als nächste Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

Mutter aus Indien, Vater Jamaikaner

In ihrer Rede erinnerte Harris am Samstagabend an die schwarzen Frauen, die „zu oft übersehen werden, aber so oft beweisen, dass sie das Rückgrat unserer Demokratie sind“. Harris wurde 1964 geboren, ihre Eltern waren in der Bürgerrechtsbewegung aktiv. Shyamala Gopalan aus Indien und Donald Harris aus Jamaika hatten sich an der Universität von Kalifornien getroffen. Sie ließen sich scheiden, als Kamala Harris und ihre Schwester noch klein waren und die Mädchen wurden von der Mutter aufgezogen.

Bei ihrer Rede erinnerte Harris ebenfalls an ihre Mutter, die ihr wichtigster Einfluss gewesen sei. „Als sie im Alter von 19 aus Indien hierher kam, hat sie sich vielleicht nicht ganz diesen Moment ausgemalt. Aber sie glaubte mit Überzeugung an ein Amerika, wo ein Moment wie dieser möglich ist“, sagte Harris.

RND/AP

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