Maduro stellt Bedingungen für Verhandlungen

  • Die politische Krise in Venezuela nimmt kein Ende.
  • Staatschef Nicolás Maduro stellt neue Bedingungen für Gespräch mit der Opposition.
  • Dabei geht um das Ölgeschäft und Besitzansprüche im Nachbarland Guyana.
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Berlin, Caracas. Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro hat Bedingungen für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch mit der Opposition gestellt. Dafür müsse diese ihren „Verrat am Vaterland aufgeben, sagte Maduro am Sonntag laut der Tageszeitung „El Universal”. Er warf der Opposition vor, Besitzansprüche an die rohstoffreiche Region Esequibo im Nachbarland Guyana zu hintertreiben. Die venezolanische Generalstaatsanwaltschaft hatte deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen Oppositionsführer Juan Guaidó eingeleitet.

Er habe die Opposition um eine klare Position zur Region Esequibo gebeten, sagte Maduro. „Es handelt sich um eine Frage von nationalem Interesse”, betonte der Staatschef. Vizepräsidentin Delcy Rodríguez sprach von einem „orchestrierten Plan der Opposition für die Rückgabe von Esequibo an transnationale Ölfirmen”. Seit mehr als 100 Jahren beansprucht Venezuela die zum Nachbarland Guayana gehörende Region. 2015 war der Konflikt wieder aufgeflammt, weil Guyana dem US-Ölkonzern Exxon Mobil Förderlizenzen in dem Gebiet erteilt hatte.

Verhandlungen waren im August abgebrochen worden

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Nach Angaben der venezolanischen Regierung wurden Guaidó und seine Anhänger von den USA gedrängt, den Anspruch Venezuelas auf Esequibo aufzugeben und an multinationale Konzerne wie Exxon Mobil abzutreten. Maduro hatte deshalb die Staatsanwaltschaft aufgefordert, Ermittlungen gegen Guaidó einzuleiten. Esequibo macht mehr als die Hälfte des Staatsgebiets von Guyana aus.

Im August hatte Maduro die Verhandlungen mit der Opposition unter norwegischer Vermittlung in der Dominikanischen Republik abgebrochen. Offizieller Grund waren von den USA verhängten Sanktionen, mit denen das komplette Vermögen der Maduro-Regierung in den USA eingefroren wird.

In Venezuela tobt seit Monaten ein Machtkampf zwischen Regierung und Opposition. Parlamentspräsident Guaidó hatte sich selbst zum Interimspräsidenten ausgerufen und wird inzwischen von mehr als 50 Staaten anerkannt. Auf der Seite von Maduro stehen Länder wie Kuba, Russland und die Türkei. Das Militär steht mehrheitlich loyal zu Maduro und ist sein größter Machtfaktor.

RND/epd

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