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Macron und Frankreichs Vertrauenskrise: Schöne Reden reichen nicht

  • Viele Menschen haben sich enttäuscht von Emmanuel Macron abgewendet, in einem Fernsehinterview am Nationalfeiertag gesteht er denn auch Fehler ein.
  • Ein guter Redner war Frankreichs Präsident schon immer, kommentiert Birgit Holzer.
  • Aber die Menschen zurückgewinnen kann er nur, wenn den Worten greifbare Taten folgen.
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Paris. Die Analyse, die Emmanuel Macron über den Zustand seines eigenen Landes macht, ist sehr treffend: Frankreich durchlebt eine tiefe Vertrauenskrise, und die Menschen erwarten gar nichts mehr und alles zugleich von ihrem Präsidenten – er hat keine leichte Position.

Aber Macron räumte bei seinem Fernsehinterview auch richtigerweise ein, dass er Fehler gemacht und selbst zur Verschlechterung des Klimas im Land beigetragen hat. Mit manchen unbedacht hingeworfenen Sätzen, aber auch bestimmten Taten vermittelte er den Eindruck, aus Frankreich eine moderne “Start-up-Nation” machen zu wollen, in der die Starken gefördert werden und die Schwächeren auf der Strecke bleiben.

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So schaffte er als erste politische Handlung die Reichensteuer ab und beschloss kurz darauf eine – wenn auch nur geringe, aber symbolisch aufgeladene – Kürzung des Wohngeldes für die Ärmsten. Dieser Eindruck täuschte zwar insofern, als Macron die Schulbetreuung in sozialen Brennpunkten verbesserte und die Arbeitslosigkeit deutlich senkte. Aber er bemühte sich zu wenig darum, seine Politik zu erklären – auch das räumte er nun ein.

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Es ist nun an Macron, aus diesen Fehlern zu lernen und es nicht nur bei wohlklingenden Versprechen zu belassen. Ein guter, engagierter Redner war Frankreichs junger Präsident immer. Aber der Praxistest hat dazu geführt, dass sich viele Menschen enttäuscht von ihm abgewendet haben. Sie wiederzugewinnen ist keine leichte Aufgabe. Es kann ihm nur gelingen, wenn den Worten greifbare Taten folgen.

RND



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