Machtprobe in den USA

  • Die USA haben ein neues Wahlkampfthema. Ausgelöst durch den Tod der Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg.
  • Wie geht es jetzt weiter? Wird Präsident Donald Trump noch vor den Wahlen einen Nachfolger bestimmen?
  • Interessant ist dabei ein Blick zurück. Als es zur Amtszeit von Barack Obama einen ähnlichen Fall gab.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es kommt nicht oft vor, dass der Tod eines 87-jährigen Menschen derart weitreichende Folgen für die Zukunft haben könnte. Der Verlust der liberalen Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg reißt schon jetzt ein Loch in Washington – und setzt ein neues Wahlkampfthema: Schafft es Donald Trump, noch kurz vor der Wahl einen konservativen Richter an die Stelle von “RBG“ zu setzen? Dass ein Wahljahr kein guter Moment ist für eine Entscheidung dieser Art, hatten Trumps Republikaner in einem vergleichbaren Fall zur Amtszeit Barack Obamas moniert und das Verfahren gebremst. Jetzt aber machen die Republikaner Druck – denn mit einem neuen Richter könnten sie auf Jahrzehnte hinaus die USA in eine konservative Richtung treiben, etwa bei den Themen Waffenrecht und Abtreibung. Noch zögern einige Republikaner, diese Machtprobe wirklich durchzuziehen. Doch auf die Abweichler sollte man sich nicht verlassen, kommentiert USA-Korrespondent Karl Doemens.

Die 87-Jährige war eine ikonische Vorkämpferin für Frauenrechte und wurde zum Idol für Generationen: Nach dem Tod von Richterin Ruth Bader Ginsburg trauern die USA um eine Kultfigur. Ginsburgs großer Wunsch, die Abwahl von Präsident Donald Trump noch mitzuerleben, hat sich nicht erfüllt, wie USA-Korrespondent Sebastian Moll beschreibt. Trump kann nun ihre Nachfolge bestimmen – und somit die konservative Mehrheit im höchsten US-Gericht zementieren. Derweil hat Christian Rath einen Nachruf auf die Frau verfasst, über die es zwei Kinofilme gibt und die als Ikone des liberalen und feministischen Amerikas in die Geschichte eingehen wird.

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Hoyerswerda – Aufbruch in eine bessere Zeit?

Die Bilder vom September 1991 gingen um die Welt, als ein randalierender, brandschatzender Mob im sächsischen Hoyerswerda Asylbewerber und ausländische Vertragsarbeiter aus ihren Plattenbauten prügelte. Verabschiedet von einer pöbelnden, applaudierenden Menge, wurden sie in Bussen aus der Stadt gebracht. Vor 29 Jahren wurde Hoyerswerda “national befreite Zone”.

29 Jahre später ist Bürgermeisterwahlkampf. Am Sonntag geht die Abstimmung in ihre entscheidende zweite Runde. Die AfD ist in ihr fast schon chancenlos, und das liegt auch an Dorit Baumeister, 57, Architektin, parteilos. Sie wird unterstützt von Linken, Grünen und einem Bürgerbündnis.

Dorit Baumeister will die Vergangenheit aus Hoyerswerda endgültig vertreiben. Sie will Veränderung. In seiner Reportage aus der sächsischen Stadt berichtet Berlin-Korrespondent Jan Sternberg von den angestrebten Veränderungen. “Hoyerswerda könnte überraschen, 29 Jahre nach den Ausschreitungen und so kurz vor dem 30. Jubiläum der deutschen Einheit, die ihnen hier nicht nur Gutes gebracht hat.”

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Mission Aufbruch bei der FDP

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Die Partei will sich mal wieder neu erfinden – allen voran Parteichef Lindner. Beim Bundesparteitag in Berlin wurde am Samstag nicht nur ein neuer Generalsekretär gewählt, sondern auch nach einem Wunder gesucht. “Lasst uns an einem Wunder arbeiten: an einem neuen Wirtschaftswunder für unser Land”, rief FDP-Chef Christian Lindner den Delegierten zu. Unser Berlin-Korrespondent Tobias Peter hat den Parteitag der FDP begleitet. Und er hat dabei ein, wenn auch kleines, Wunder ausgemacht.

In seinem Kommentar schreibt Tobias Peter: “Für die Probleme der FDP ist Lindner zuallererst selbst verantwortlich.”

Zitat des Tages

Es ist mein größter Wunsch, nicht ersetzt zu werden, bevor ein neuer Präsident im Amt ist.

Ruth Bader Ginsburg, angesehene US-Verfassungsrichterin, soll diese Worte kurz vor ihrem Tod zu ihrer Enkelin gesagt haben

Leseempfehlungen

  • Zwei Jahre lang hat die französische Schriftstellerin Emma Becker für ihr Buch “La Maison” im Selbstversuch in einem Berliner Bordell gearbeitet. Im Interview mit RND-Autorin Jutta Rinas spricht sie ungewöhnlich offen über ihre Erfahrungen und das erstes Mal als Prostituierte. Auch erzählt die 31-Jährige, was Sexarbeit mit der Lust am privaten Sex macht und welche Grenze sie dabei nicht überschreiten wollte.
  • Der Sommer ist quasi vorbei, jetzt kommt der Herbst. Doch wohin mit all dem Resturlaub, der während der Corona-Pandemie übrig geblieben ist? Zumal immer wieder neue Reisewarnungen auch in Europa hinzukommen. Vor allem Städte wie Paris, Prag und Wien gesellten sich in den vergangenen Wochen dazu. Bleibt die Frage: Wo kann man gut seinen Herbsturlaub verbringen – ohne Sorgen? Brigitte Vetter vom reisereporter hat die schönsten Orte für einen Urlaub im Herbst zusammengestellt. Ganz ohne Reisewarnung.
  • Mountainbiker, Wanderer, Corona-Flüchtige und nun auch noch Waldbader: Der Wald ist ein idealer Erholungsort. Unterm Blätterdach aber sind sich nicht alle grün. Der Stress wächst. Dabei braucht der Wald in Zeiten des Klimawandels einen Gesellschaftsvertrag. Ein Wald(schadens)bericht von Jörg Kallmeyer.
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Die Termine des Tages

Ganztägig: Finale der wegen der Corona-Pandemie verschobenen Tour de France. Angegriffen wird auf der letzten Etappe nach Paris nicht mehr, die Platzierungen im Gesamtklassement sind bereits vor der Etappe in Stein gemeißelt.

Ganztägig: Die zweite Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen findet am Sonntag ihren Abschluss.

In der Nacht zu Montag (2 Uhr): Verleihung der Emmy Awards in den USA. Die Preisverleihung des wichtigsten Fernsehpreises am Sonntag wird zu einer rein virtuellen Veranstaltung. Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel moderiert die Show.

Der Schnappschuss des Tages

Aber bitte mit Maske: Vorbildlich zeigte sich dieser Fußballfan in Frankfurt vor der Partie gegen Aufsteiger Bielefeld. Beim ersten Spieltag in der Fußball-Bundesliga durften wieder Fans ins Stadion. © Quelle: Getty Images
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Jede Stunde neu: Unsere News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihr Markus Merz

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