Machtkampf in der AfD: Eine Partei der Rechtsausleger

  • Die neuesten Entwicklungen in der AfD zeigen nur eines: dass die Partei sich weiter radikalisiert.
  • Die scheinbar Gemäßigten handeln in erster Linie nach Karriereerwägungen.
  • Das Gesamtbild der AfD lässt keine Zweifel mehr zu, kommentiert Markus Decker.
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Vor nicht allzu langer Zeit gab es viele Versuche, die AfD und ihre Anhänger zu verstehen – wobei oft der Grundsatz zu gelten schien: Alles verstehen heißt vieles verzeihen. Die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.

Die Aktivitäten des bisherigen brandenburgischen Landesschefs Andreas Kalbitz in der neonazistischen “Heimattreuen Deutschen Jugend” (HDJ) sind durch Filmmaterial belegt. Parteichef Jörg Meuthen hat recht, wenn er sagt, niemand sei zufällig da hineingeraten.

Wer die häufig sichtbare Symbiose der AfD mit Rechtsextremisten von heute hinzunimmt, für den ist alles klar.

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Allerdings geht es Meuthen weder um die AfD-Statuten noch um den vor allem in Ostdeutschland radikalen Kurs. Auch bisher hat er schließlich fröhlich mit Kalbitz und seinem Spannemann Björn Höcke paktiert. Meuthen handelt aus machtpolitischem Kalkül; er will die Gemäßigten in der AfD anführen, von denen er glaubt, dass sie bundesweit die Mehrheit stellen–- und so die Gesamtpartei dominieren.

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Ebenfalls aus Karriereerwägungen stellt sich Fraktionschefin Alice Weidel auf Kalbitz’ und Höckes Seite. Ihr Co-Fraktionschef Alexander Gauland sympathisiert ebenso mit den Radikalen wie Co-Parteichef Tino Chrupalla. Am Ende steht die völlige Übernahme der Partei durch sie – oder deren Spaltung.

Im ersten Fall wäre eine verschärfte Beobachtung durch den Verfassungsschutz die Folge, im zweiten wohl die Spaltung.

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Dass der mehrfach vorbestrafte Pegida-Gründer Lutz Bachmann ausgerechnet jetzt in die AfD eintreten will, spricht Bände. Für einen soeben ausgeschlossenen Rechtsausleger rückt womöglich ein anderer nach. Damit wäre das Bild komplett.

RND

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