• Startseite
  • Politik
  • Mächtiger Unternehmer Syriens beklagt sich bei Assad über Steuern

Mächtiger Unternehmer Syriens beklagt sich bei Assad über Steuern

  • Bröckelt die Einheit der syrischen Herrschaftselite?
  • Ein Video des reichsten Syrers nach Machthaber Assad legt das nah.
  • Er beklagt sich darin über zu hohe Steuern.
Anzeige
Anzeige

Damaskus. In einem selten öffentlichen Auftritt hat sich einer der mächtigsten und reichsten Geschäftsleute Syriens gegen Korruptionsvorwürfe gewährt. Rami Machluf, ein Cousin von Machthaber Baschar al-Assad, spricht den Staatschef in einem am Donnerstagabend über Facebook verbreiteten Video direkt an.

"Ich möchte mich hier an den Präsidenten wenden, um ihm zu erklären, was passiert, und ihm unsere Leiden darzulegen", sagt er in dem rund 15-minütigen Auftritt. Machluf beklagt darin unter anderem zu hohe Steuerforderungen. Das Video kann als Bestätigung für Verwerfungen innerhalb der syrischen Herrschaftselite verstanden werden.

Der 50 Jahre alte Machluf hat sein Vermögen unter andrem als Mitbesitzer des syrischen Telekommunikationsunternehmens Syriatel gemacht. Er gilt als eine der berüchtigtsten Figuren der syrischen Herrschaftselite. Viele Syrer sehen in ihm ein Symbol für die Korruption im Land.

Anzeige

Auf EU-Sanktionsliste

Die USA und die Europäische Union haben ihn auf die Sanktionsliste gesetzt, weil er die syrische Regierung unterstützt. In der Öffentlichkeit zeigt sich Machluf nur selten.

Oppositionelle syrische Medien hatten im vergangenen Jahr über einen tiefen Riss zwischen Assad und Machluf berichtet. So soll der Präsident damals von seinem Cousin einen Dollar-Betrag in Milliardenhöhe gefordert haben. Auch danach ging die Regierung Berichten zufolge weiter gegen den Geschäftsmann und dessen Firmen vor. So soll auch Eigentum Machlufs beschlagnahmt worden sein.

Bitte um Zeitplan

Anzeige

Nach mehr als neun Jahren Bürgerkrieg leidet das Land unter einer schweren Wirtschaftskrise, weshalb die Regierung dringend Devisen braucht. Die syrische Lira fiel in diesem Jahr im Vergleich zum Dollar auf ein Rekordtief. Der Regierung fehlt unter anderem das Geld, um im Krieg massiv zerstörte Gebiete wiederaufzubauen.

Machluf wehrt sich in dem Video gegen den Vorwurf, zu wenig Steuern gezahlt zu haben. Zugleich beklagt er Forderungen in unberechtigter Höhe. Dabei beteuert er, er sei bereit, geforderte Beträge zu begleichen. Er bittet Assad jedoch um einen Zeitplan, der verhindere, dass seine Firma zusammenbreche: "Wir laufen nicht davor weg, Steuern zu bezahlen, und wir spielen keine Spiele mit dem Staat", sagt er.

RND/cle/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen