Siemens: Luisa Neubauer lehnt Aufsichtsratsmandat ab

  • “Die Jugend soll Verantwortung übernehmen”, sagt Siemens-Chef Joe Kaeser nach einem Treffen mit “Fridays for Future”.
  • Er bietet Klima-Aktivistin Luisa Neubauer ein Aufsichtsratsmandat im Weltkonzern an.
  • Sie überlegt ein paar Stunden - und gibt ihre Entscheidung bei der Geburtstagsparty der Grünen bekannt.
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Berlin. Nach einem Treffen mit der Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer von "Fridays for Future" hat Siemens-Chef Joe Kaeser der 23-Jährigen einen Aufsichtsratsposten in der Konzernsparte Siemens Energy angeboten.

"Es ist nicht gut, wenn so ein Gremium nur aus weißen Männern besteht. Die Jugend soll lernen, Verantwortung zu übernehmen", sagte Kaeser nach dem Gespräch.

Kaeser trat nach dem Gespräch alleine vor die Presse. Neubauer und ihr Mitstreiter Nick Heubeck gaben später vor dem Werk Auskunft. Da Siemens die Beteiligung am umstrittenen Adani-Kohlebergwerksprojekt nicht sofort zurückgezogen habe, sähen sie keine Basis für ein gemeinsames Pressestatement, sagten sie.

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Das Aufsichtsrats-Angebot hat Neubauer sichtlich überrascht. "Dazu möchte ich gar nichts sagen", meinte sie nach dem Gespräch. "Ich bin heute sicher nicht zu Siemens gegangen, um Aufsichtsrätin zu werden."

Neubauer und Heubeck zeigten sich enttäuscht, dass Kaeser beim Gespräch keine Entscheidung zur Adani-Beteiligung verkündete.

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Siemens bietet Klima-Aktivistin Neubauer Spitzenposten an
1:23 min
Parallel zu Demonstrationen bot Siemens-Chef Kaeser der Fidays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer einen Spitzenposten im Unternehmen an.  © Jan Sternberg/dpa
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Die Klima-Aktivistin brauchte nur ein paar Stunden, um über das Angebot Kaesers bei Siemens nachzudenken. Bei der Party zum 40. Grünen-Geburtstag in Berlin sagt sie im Gespräch mit Hans-Christian Ströbele und Parteichef Robert Habeck auf der Bühne, sie habe für Siemens keine Zeit, weil es Wichtigeres zu tun gäbe.

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Kaeser will nun am Montag über den 18-Millionen-Euro-Auftrag zur Lieferung von Signaltechnik für eine Kohlebahn in Australien entscheiden. Er sprach von einer "schwierigen Entscheidung", bei der es auch um "Vertragstreue", die Beziehungen zur australischen Regierung und „verschiedene Stakeholder“ gehe.

Der Siemens-Chef räumte auch Fehler in der Vergangenheit ein. Man habe das Konfliktpotenzial von "indirekten Beteiligungen" an umstrittenen Projekten unterschätzt. Damit meint er, dass Siemens nicht direkt die Carmichael-Mine des indischen Industriekonzerns Adani im australischen Outback beliefert. Der kritisierte Auftrag betrifft die Lieferung von Signaltechnik für eine Kohletransportbahn.

Um solche "indirekten Konfliktfelder" zu erkennen, will Kaeser bei Siemens einen "Nachhaltigkeitsrat" oder "sustainability board" einrichten, der den Vorstand berät und auch den Ausstieg aus solchen Projekten empfehlen kann.

Zudem werde Kaeser prüfen, ob Siemens bereits 2025 und nicht erst wie bisher geplant 2030 klimaneutral produzieren könne. Er sei ein Freund von "Fridays for future", sagte der Konzernchef. Die "Jugend" liefere die "richtige Diagnose" zu den Gefahren des Klimawandels , die Industrie könnte für die "Therapie" sorgen.

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Die Klimabewegung Fridays for Future hat in deutschen Städten vor Siemens-Büros gegen eine Lieferung des Konzerns für ein Bergbauprojekt in Australien demonstriert. Am Hauptsitz des Konzerns in München übergaben Aktivisten am Freitag nach eigenen Angaben 57 000 Unterschriften einer Petition gegen das Projekt. Begleitet wurde die Übergabe von mehreren hundert Demonstranten. Nach Polizeiangaben verlief die Aktion friedlich.

Parallel zu den Demonstrationen traf sich Siemens-Chef Joe Kaeser mit Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer in Berlin. Siemens soll die Zugsignalanlage für ein geplantes riesiges Bergwerk des indischen Industriekonzerns Adani in Australien liefern. Der Konzern ist wegen des Auftrags seit längerem in der Kritik. Im Dezember hatte Siemens-Chef Kaeser angekündigt, ihn auf den Prüfstand zu stellen.


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