Unterstützung für die Klimaaktivisten

Offene Briefe: Wissenschaftler und Prominente fordern Stopp der Räumung in Lützerath

Mit einem massiven Polizeiaufgebot hat am Mittwochmorgen die Räumung von Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier begonnen.

Mit einem massiven Polizeiaufgebot hat am Mittwochmorgen die Räumung von Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier begonnen.

Hunderte Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Prominente fordern in zwei von einander unabhängigen offenen Briefen den Stopp der Räumung von Lützerath, einem von Klimaaktivistinnen und -aktivisten besetzten Ort im Rheinischen Braunkohlerevier. Die Gruppe Scientists for Future schreibt an Mitglieder der Landesregierung von Nordrhein-Wesfalen, als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sähen sie es als ihre Pflicht an, „auf die Konsequenzen einer Räumung von Lützerath hinzuweisen“.

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+++ Alle Entwicklungen zur Räumung von Lützerath im Live-Blog +++

Es gehe um die Fragen, welche gesellschaftlichen Kosten die Räumung habe und wie glaubhaft die deutsche Klimapolitik sei, heißt es in dem offenen Brief weiter. Lützerath sei zu einem Symbol geworden, so die Scientists for Future. Es gehe um „ein aussagekräftiges Zeichen für die notwendige Abkehr vom fossilen Zeitalter“.

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Man habe „substanzielle wissenschaftliche Zweifel an der akuten Notwendigkeit einer Räumung“, so die Forscherinnen und Forscher. Mehrere Gutachten würden zeigen, dass der Abbau von Braunkohle unter Lützerath „politisch bestimmt ist“. Für die technische Versorgungssicherheit und die Netzstabilität sei er nicht nötig.

Wissenschaftler fordern Dialog

Daher würden die Scientists for Future ein Moratorium der Räumung empfehlen, schreiben sie. Denn das eröffne die Chance auf „einen transparenten Dialogprozess mit allen Betroffenen“ sowie „Zeit für die Überprüfung der zugrunde liegenden Entscheidungsprämissen“. Den Brief hatten bis Mittwochmittag mehr als 540 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschrieben – nach Angaben der Initiatoren innerhalb von weniger als 24 Stunden.

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In einem zweiten offenen Brief richten sich nach Informationen des „Spiegel“ mehr als 200 Prominente an die Bundesregierung, die nordrhein-westfälische Landesregierung und an die Mitglieder von Bundes- und Landtag. Die Initiative für das Schreiben ging demnach von Schauspielerin Luisa-Céline Gaffron und Schauspieler Jonathan Berlin aus. Die Idee sei am vergangenen Donnerstag entstanden.

Prominente fordern: Verträge mit RWE neu bewerten

Sie fordern in dem Brief „einen sofortigen Stopp der Räumungsarbeiten sowie eine Neubewertung der Verträge zwischen Regierung und RWE“. Die Unterzeichnenden würden sich „solidarisch an die Seite der Klimaprotestierenden in Lützerath“ stellen. Denn es sei „nicht nur eine Frage der Existenz eines Dorfes, sondern eine Causa, die von globaler und klimapolitisch richtungsweisender Bedeutung ist“.

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Polizei rückt nach Lützerath vor – heftige Zusammenstöße mit Demonstrierenden

Die Polizei hat am Morgen damit begonnen, den von Klimaaktivistinnen und -aktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen – es kam zu Zusammenstößen.

Unterzeichnet wurde der Brief etwa von den Schauspielerinnen Katja Riemann, Thelma Buabeng und Sandra Hüller, den Schauspielern Peter Lohmeyer und Robert Stadlober, den Bands Sportfreunde Stiller, Deichkind und Revolverheld, Pianist Igor Levit sowie der Influencerin Louisa Dellert.

Riemann sagte dem „Spiegel“, offenbar spalte sich die Gesellschaft: „in die, die etwas machen, und jene, die das hassen“. Und die überwiegende Mehrheit der Menschen entziehe sich. Sie selbst habe sich „vor langer Zeit“ die Frage beantwortet, zu welcher Gruppe sie gehöre. „Wir Unterzeichnenden stehen an der Seite der vor Ort Protestierenden, auch wenn wir nicht vor Ort sind“, sagte die Schauspielerin.

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