Lübcke-Ermittlungen nähern sich dem Ende

  • Im Juni 2019 wurde Walter Lübcke ermordet.
  • Kürzlich hatte der Hauptverdächtige eine neue Aussage gemacht.
  • Trotzdem werden die Ermittler ihre Arbeit bald beenden.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Ermittlungen im Mordfall Walter Lübcke nähern sich dem Ende. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus dem Bundestags-Innenausschuss erfuhr, teilte die Bundesanwältin Cornelia Zacharias in der jüngsten Sitzung am Mittwoch Teilnehmern zufolge mit, die Ermittlungen würden nur „noch etwa vier bis sechs Wochen dauern“.

Auch habe sie anklingen lassen, dass der zuständige Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof der neuen Aussage des Hauptverdächtigen Stephan E. offenbar keinen Glauben schenke. Dieser habe die neuen Aussagen E.s bisher nicht zum Anlass genommen, den Haftbefehl zu ändern.

Stephan E. hatte zuletzt in einer neuen Aussage erklärt, nicht er, sondern der mit ihm befreundete Rechtsextremist Markus H. habe auf Lübcke geschossen. Experten halten diese Version allerdings nicht für sehr plausibel – zumal E.s Geständnis am Anfang sehr detailliert war und von H. keine Spuren am Tatort gefunden wurden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Ein Haftbefehl wurde aufgehoben

Am Mittwoch hatte der Bundesgerichtshof den Haftbefehl gegen einen der Beihilfe zum Mord Beschuldigten aufgehoben. Elmar J. war im Juni vergangenen Jahres in Untersuchungshaft genommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, dem tatverdächtigen Stephan E. im Jahr 2016 die spätere Tatwaffe verkauft zu haben.

Der 65-jährige Lübcke war am 2. Juni 2019 spätabends vor seinem Wohnhaus mit einem Kopfschuss getötet worden. Der CDU-Politiker war in rechten Kreisen verhasst, weil er eine humanitäre Aufnahme von Flüchtlingen befürwortete.