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94 Beschwerden: Presserat- Verfahren gegen „Bild“ wegen „Lockdown-Macher“

Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wurde in dem „Bild"-Artikel erwähnt (Archivbild).

Berlin. Der deutsche Presserat hat ein offizielles Beschwerdeverfahren gegen die „Bild“-Zeitung und das Online-Angebot „bild.de“ wegen des Artikels „Die Lockdown-Macher“ eingeleitet. Dabei prüfe der Presserat, ob die Redaktion in dem Bericht das Wahrhaftigkeitsgebot und die journalistische Sorgfaltspflicht des Pressekodexes verletzt habe, teilte Presseratssprecher Sascha Borowski am Mittwoch in Berlin mit.

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Laut Presserat gingen bisher 94 Beschwerden von Wissenschaftlern sowie der Berliner Humboldt-Universität zu dem Bericht ein. Sie kritisierten, der Artikel erwecke den Eindruck, dass Wissenschaftler Corona-Maßnahmen beschlössen, für welche die Politik verantwortlich sei. Dies schüre Verschwörungstheorien und Hetze auf Wissenschaftler.

„Einige Beschwerdeführer stützen sich in diesem Zusammenhang auf die Ziffer 3 des Pressekodex, nach der Behauptungen, die sich nachträglich als falsch erweisen, von der Redaktion korrigiert werden müssen“, sagte Borowski. Über den Fall will der Presserat am 24. März 2022 entscheiden.

In dem „Bild“-Artikel vom 4. Dezember werden die drei Wissenschaftler Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität (HU), Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und Michael Meyer-Herrmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung als „Lockdown-Macher“ bezeichnet. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wird in diesem Zusammenhang genannt.

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„Bild“-Gruppe: „Wissenschaftler verdienen unseren Respekt“

Lauterbach hatte im Fernsehen gesagt, er habe dafür gesorgt, dass der Bericht aus dem Netz entfernt worden sei. Ein Sprecher des Medienkonzerns Axel Springer gab dagegen an, ein Einfluss auf „Bild“ habe nicht stattgefunden, der Artikel sei nach wie vor online.

Ein Sprecher der „Bild“-Gruppe hatte jedoch erklärt, der Konzern könne die Kritik verstehen und nehme sie ernst: „Wissenschaftler verdienen unseren Respekt.“ Kritik an Wissenschaftlern und ihren Vorschlägen müsse möglich sein, aber immer angemessen geübt werden.

Der Deutsche Presserat ist die Freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien und deren Online-Auftritte in Deutschland. Anhand von Beschwerden überprüft er die Einhaltung ethischer Regeln im Journalismus, die im Pressekodex festgehalten sind.

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RND/epd

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