Der Lockdown beginnt: Diese Regeln gelten seit Mittwoch

  • An diesem Mittwoch geht Deutschland in den Lockdown.
  • Die bislang geltenden Anti-Corona-Maßnahmen werden verschärft.
  • Damit soll die sich zum Jahresende zuspitzende Pandemielage unter Kontrolle gebracht werden.
1:30 min
Bund und Länder haben sich auf ein Maßnahmepaket zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geeinigt. Nach dem "Lockdown-light", der im November begonnen hatte, werden die bestehenden Maßnahmen verschärft.  © dpa
Anzeige
Anzeige

Ab Mittwoch gilt bis mindestens zum 10. Januar ein verschärfter Lockdown in Deutschland. Das hatten Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs und -chefinnen der Bundesländer am Wochenende beschlossen. „Wir sind zum Handeln gezwungen und handeln jetzt auch“, hatte Merkel auf einer Pressekonferenz nach den Beratungen gesagt. Der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown habe „nicht gereicht“.

Hier der Überblick der beschlossenen Maßnahmen:

Diese Betriebe müssen schließen

Anzeige

Der Einzelhandel wird weitgehend geschlossen. Ausnahmen sind etwa der Lebensmittelhandel, Apotheken und Drogerien, Poststellen und Zeitungsverkauf, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte und der Weihnachtsbaumverkauf.

Auch Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, „weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist“. Medizinisch notwendige Behandlungen, etwa Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege, bleiben aber weiter möglich.

Restaurants bleiben geschlossen. Speisen dürfen geliefert und abgeholt werden, müssen aber zu Hause gegessen werden. Alkohol im öffentlichen Raum zu trinken wird untersagt.

Auch andere Arbeitgeber werden dringend gebeten, durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösungen die Betriebsstätten wo immer möglich zu schließen.

Anzeige
Video
Großer Ansturm an letztem Einkaufstag in München
2:44 min
Lange Schlangen haben sich am Dienstag vor den Geschäften in der Münchner Innenstadt gebildet.  © Reuters

Kontakteinschränkungen an Schulen und Kitas

Die Schulen werden grundsätzlich geschlossen oder die Präsenzpflicht wird ausgesetzt. Mehrere Bundesländer hatten die Präsenzpflicht bereits ab Montag ausgesetzt. Es wird eine Notfallbetreuung sichergestellt und Distanzlernen angeboten – also etwa mit Laptop oder Arbeitsblättern zu Hause. Kitas werden ebenfalls geschlossen. Eine Notfallbetreuung ist möglich.

Für Eltern sollen zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub nehmen zu können.

Private Kontaktbeschränkungen

Anzeige

Private Treffen sind weiterhin auf den eigenen und einen weiteren Haushalt begrenzt. Es dürfen höchstens fünf Personen zusammenkommen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt.

Zudem wird über den gesamten Zeitraum dazu geraten, „von nicht zwingend notwendigen Reisen im Inland und auch ins Ausland abzusehen“. Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, müsse sich in eine Quarantäne begeben, die frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden kann.

In mehreren Bundesländern wie Bayern, Brandenburg und Thüringen gelten zudem nächtliche Ausgangsbeschränkungen.

Weihnachten

An Weihnachten (24. bis 26. Dezember) gilt eine Sonderregelung. Dann sind Treffen im engsten Familienkreis mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen möglich – auch wenn sie aus mehr als zwei Haushalten kommen und die Fünf-Personen-Grenze dabei überschritten wird.

Anzeige

Zum engsten Familienkreis zählen sowohl Ehegatten als auch sonstige Lebenspartner sowie direkte Verwandte wie Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder fünf Personen bedeutet. Bund und Länder appellieren außerdem an die Bürgerinnen und Bürger, „Kontakte in den fünf bis sieben Tagen vor Familientreffen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“.

Gottesdienste dürfen stattfinden, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern gewahrt bleibt und die Gläubigen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Singen ist aber verboten.

Regeln an Silvester

An Silvester und am Neujahrstag gilt bundesweit ein An- und Versammlungsverbot. Der Verkauf von Pyrotechnik wird verboten und von einem Silvesterfeuerwerk wird dringend abgeraten. In einigen Bundesländern, wie etwa in Niedersachsen, ist auch das Abbrennen von Feuerwerk verboten.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen