Lockdown-Halbzeit – und kein Ende in Sicht

  • Die Länder bereiten sich auf den Corona-Gipfel vor und klingen eher pessimistisch.
  • Werden die Maßnahmen im November ausreichen, um das Virus zu drosseln?
  • In den USA könnten am Wochenende erstmals seit der Wahl bewaffnete Milizen auf die Straße gehen.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

knapp die Hälfte ist geschafft. Oder doch nicht? Ob der Teil-Lockdown, den Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten für den gesamten November verhängt haben, allerdings wirklich das Virus eindämmen kann, weiß bislang niemand. Gestern hat das Robert-Koch-Institut wieder einmal eine Rekordzahl vermeldet – 23.500 Neuinfektionen am Tag. Das ist eine Drosselung des Anstieges, aber eben keine Trendumkehr. „Deshalb befürchte ich, dass bis Ende November die Lage noch nicht ausreichend im Griff ist, sodass man alle Maßnahmen aufheben kann“, sagt der Leiter des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Es bleibt also spannend – vor allem mit Blick auf den Montag. Dann konferieren die Regierungschefs der Länder erneut mit dem Kanzleramt über die Pandemie – und über die Frage, ob die Maßnahmen verschärft werden müssen. Die RND-Berlin-Korrespondenten Laura Beigel, Markus Decker, Steven Geyer und Eva Quadbeck berichten in ihrem Hintergrundreport, dass viele Ministerpräsidenten und Experten vor dem Treffen davon ausgehen, dass die Maßnahmen nicht ausreichen werden, um im Dezember wieder ein Stück weit zur Normalität zurückzukehren.

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Schnelltests vor Groß­veranstaltungen?

Ein Instrument, um trotz Corona das Leben nicht komplett zum Erliegen kommen zu lassen, sind die relativ neuen Schnelltests. Sie können das Coronavirus innerhalb von einer halben Stunde nachweisen. Erst mal sollen sie hauptsächlich in Pflegeheimen und Kliniken zur Anwendung kommen. In Zukunft könnten sie aber auch für Großveranstaltungen neue Möglichkeiten bieten. Doch wie realistisch ist die breite Testung von Besuchern von Messen, Konzerten und Fußballspielen? Anne Grüneberg hat den Faktencheck gemacht.

Fahrer mit einem Termin warten an einer Drive-through-Teststation in der Schlange für einen kostenlosen Corona-Test im Dodger Stadium. In Kalifornien ist die Schwelle von einer Million bekannten Corona-Infektionen überschritten worden. © Quelle: Ringo Chiu/ZUMA Wire/dpa

Auch in den USA ist man von der Normalität weit entfernt. Die Pandemie ist stark wie nie – und im Weißen Haus verweigert sich Nochpräsident Donald Trump weiterhin der Realität. Gerade bezeichneten mehrere US-Behörden die Wahlen am 3. November als sicherste Abstimmung in der amerikanischen Geschichte, was angesichts von Trumps Betrugsbehauptungen einer offenen Zurechtweisung gleichkam. Zudem forderten am Donnerstag weitere US-Republikaner, dass der gewählte Präsident Joe Biden wie der Amtsinhaber die täglichen Briefings der Geheimdienste bekommen soll.

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Mehr als 20 Klagen haben Trumps Verbündete bislang angestrengt – doch der Erfolg ist mehr als mager. Seine wichtigste Anwaltskanzlei in Pennsylvania hat jetzt sogar das Mandat niedergelegt, berichtet RND-US-Korrespondent Karl Doemens. Dennoch weigert sich Trump beharrlich, die Niederlage einzugestehen. Am Wochenende wird sich vielleicht zeigen, wie seine eher extremen Anhänger die Schlappe hinnehmen. In den USA sind Proteste von bewaffneten Gruppierungen geplant. Man kann nur hoffen, dass es friedlich bleibt.

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Zitat des Tages

Es gibt keine Belege dafür, dass ein Abstimmungssystem Stimmen gelöscht oder verändert hätte – oder auf irgendwelche Weise kompromittiert worden wäre.

Stellungnahme der Vereinigung der Wahlleiter in den USA

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  • In mehreren deutschen Städten sind Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen geplant.

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