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Wie soll es nach der Corona-Notbremse langfristig weitergehen?

  • Plötzlich sind sich alle einig – im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind harte Einschnitte unumgänglich.
  • Ab Mittwoch wird das öffentliche Leben deshalb herunter gefahren.
  • Doch wie die Perspektiven danach sind, fragt nicht allein die Opposition.
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Berlin/Dresden. In Sachsen gilt ab sofort ein harter Lockdown – zwei Tage bevor das öffentliche Leben bundesweit drastisch heruntergefahren wird. Neben den meisten Geschäften bleiben ab Montagmorgen auch Kitas, Schulen und Horte zu, für Kinder von Eltern systemrelevanter Berufe gibt es wie schon im Frühjahr eine Notbetreuung. Die neuen Schutzmaßnahmen hatte das Land bereits am Freitagabend getroffen – zwei Tage bevor am Sonntag der bundesweite Lockdown beschlossen wurde.

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Merkel verkündet härteren Lockdown
2:16 min
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länder kündigen Ladenschließungen bis auf den Lebensmittelhandel ab Mittwoch an.  © Reuters

Grund sind - egal ob im Land oder bundesweit – die drastisch gestiegenen Corona-Zahlen, die Gefahr eines Kontrollverlusts. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Sonntag bei RTL-„Aktuell“: „Tatsächlich ist das eine Naturkatastrophe, mit der wir konfrontiert sind. Das ist wie, wenn der Vesuv ausbricht. Da kann man nur noch sehen, dass man sich in Sicherheit bringt - und das ist das, was wir tun.“

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rief die Bürger dazu auf, am Montag und am Dienstag wegen der Infektionsrisiken ganz auf den Einkauf von Weihnachtsgeschenken zu verzichten. „Ich wünsche mir und ich hoffe, dass die Menschen nur das Allernötigste besorgen, was sie wirklich brauchen an Lebensmitteln“, sagte er am Sonntagabend im „Bild“-Politik-Talk.

Künftige Maßnahmen besser planen

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Auch aus der Opposition kommt Zustimmung für die Maßnahmen – man wünscht sich aber eine langfristigere Planung für die Zeit nach dem Lockdown – der Stand jetzt am 10. Januar enden soll. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte der „Rheinischen Post“: „Für die nächsten Monate brauchen wir planvolles Handeln und eine längerfristige Perspektive. Ich erwarte, dass wir im Januar endlich ein Gesetz mit einem bundesweit verbindlichen Stufenplan verabschieden, durch den klar ist, wann und wo welche Maßnahmen gelten.“

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FDP-Chef Christian Lindner sagte am Sonntagabend in einem ZDF-„Spezial“: „Wir müssen nach vorne schauen und fragen, was wird die dauerhaft durchhaltbare Strategie sein.“ Die Notbremse könne man angesichts ihrer Folgen nicht bis in den März verhängen. Lindner warb erneut dafür, Risikogruppen besser zu schützen.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sagte am Sonntagabend in einem ARD-„Extra“: „Ein Lockdown ist natürlich keine nachhaltige Strategie – insofern stellt sich die Frage, wie wir dann die Kinder wieder sicher in die Schulen zurückkehren lassen können.“

Auch Schulen müssen testen

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Auch dort spielten Tests eine entscheidende Rolle. „Nur wir brauchen das Personal und natürlich auch die entsprechenden Tests, die man dann dort einsetzen kann – das sind wichtige Punkte an denen man hart arbeiten muss“, sagte Schmidt-Chanasit. Mit der Erarbeitung einer langfristigen Strategie müsse sofort begonnen werden.

Um die Welle zu brechen sollen ab Mittwoch bundesweit Geschäfte schließen, Ausnahmen gibt es für Lebensmittelläden, Drogerien und andere Läden des täglichen Bedarfs. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons und Kosmetikstudios werden ebenfalls geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physiotherapien bleiben möglich.

Schmerzhafte Einschränkungen in Innenstädten

Der Einkauf in den Zentren werde fast zum Erliegen kommen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Einschränkungen für Gastronomie, Hotels, Sport und Kultur waren bereits schmerzhaft und dauern an. Doch es gibt jetzt keine Alternative dazu, Kontakte zu reduzieren. Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Wir lassen uns durch Corona nicht die Innenstädte kaputt machen.“

Politiker warnten vor einem Run auf die Einkaufsstraßen am Montag und Dienstag – den letzten beiden Tagen mit offenen Geschäften. Die Corona-Infektionszahlen seien jetzt so hoch, „dass wir unmittelbar die Kontakte reduzieren müssen“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun am Sonntagabend in der ARD. Die verbleibenden zwei Tage am Montag und Dienstag vor dem Lockdown sollten nicht so genutzt werden, dass es in den Innenstädten übervoll werde.

RND/cle/dpa

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