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Lobbyismusaffäre: Der riesige Fehler des Philipp Amthor – und die Folgen

  • Philipp Amthor, rhetorisch beschlagen, galt bislang als Hoffnungsträger für die CDU.
  • Jetzt macht dem 27-Jährigen eine “Spiegel”-Recherche zu einer Nebentätigkeit zu schaffen.
  • Philipp Amthor muss wissen, dass man manche Fehler nur einmal machen kann, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Ein Abgeordneter, der in einem Brief an den Wirtschaftsminister Lobbyarbeit betreibt? Über den zu lesen ist, er habe mit Mitarbeitern der Firma, um die es geht, zweimal einen parlamentarischen Staatssekretär besucht? Und der dann auch noch einen Direktorenposten bei dem Unternehmen bekleidet und Anteilsoptionen an der Firma erhalten haben soll?

Es klingt nach einem schlechten Drehbuch – doch manchmal kommt die Realität dem unappetitlichen Klischee nahe. Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat nach Recherchen des “Spiegel” über seine Nebentätigkeit für eine US-Firma eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Er habe seine Nebentätigkeit beendet und Anteilsoptionen zurückgegeben.

Es geht nicht nur um Amthor

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“Ich bin nicht käuflich”, sagt Amthor. Er dürfte aber selbst wissen: Einer, der diesen Satz sagen muss, gerät durch sein eigenes Verhalten bei Menschen im Land in den Verdacht, es könnte anders sein. Amthor hat nicht nur sich selbst geschadet, sondern auch dem Ansehen der Politik insgesamt. Das ist bedauerlich, weil Vertrauen in die Politik ein flüchtiges Gut ist.

Amthor – ein rhetorisch hochbegabter Politiker – galt bislang als Hoffnungsträger für die CDU. Er ist derzeit der einzige Kandidat für den Vorsitz seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern. Viele gehen davon aus, dass er Ambitionen hat, bei der nächsten Landtagswahl Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) herauszufordern.

Schritt zur Schadensbegrenzung

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Kann Amthor das noch schaffen – oder ist die Karriere des 27-Jährigen jetzt gelaufen? Den eigenen Fehler als solchen zu benennen, war ein wichtiger Schritt der Schadensbegrenzung. Jetzt darf nichts mehr nachkommen. Politiker scheitern selten an einem Fehler, sondern meist an ihrem Umgang damit. Eines muss Philipp Amthor für den Rest seines politischen Lebens wissen: Das darf ihm kein zweites Mal passieren.

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