Terminal für Flüssigerdgas vor Rügen

„Zweites Stuttgart 21″: Bürgermeisterin kritisiert LNG-Pläne des Bundes

Die LNG Tanker "Seapeak Hispania" (l.) und die "Seapeak Meridian" liegen vor der Küste der Insel Rügen

Die LNG Tanker "Seapeak Hispania" (l.) und die "Seapeak Meridian" liegen vor der Küste der Insel Rügen

Buschvitz. Gemeinden auf Rügen kritisieren die Bundesregierung für deren Funkstille zum geplanten Flüssigerdgas-Terminal vor der Insel. „Wenn es dabei bleibt, dann haben wir hier ein zweites Stuttgart 21“, sagte Stine Winter, Bürgermeisterin der nordöstlich der Stadt Bergen gelegenen Gemeinde Buschvitz, der Deutschen Presse-Agentur.

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In Stuttgart war die Neuordnung des dortigen Bahnknotenpunktes auf erbitterten Widerstand getroffen. Bei Protesten gegen das Großprojekt gab es zahlreiche Verletzte. Winter sagte, Gemeinden hätten auf Anfragen an das Ministerium des verantwortlichen Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) keine Antwort erhalten. „Man erwartet eigentlich, dass er hier mal herkommt auf die Insel. Aber das tut er nicht. Er duckt sich auffällig weg.“

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Einen von fast allen Insel-Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen unterschriebenen Aufruf gegen das geplante Terminal für Flüssigerdgas (LNG) vor Deutschlands größter Insel hat auch Winter unterzeichnet. Eine Petition auf der Website change.org hat mittlerweile mehr als 80.000 Unterstützerinnen und Unterstützer. Kürzlich wurde auch eine Bundestagspetition gestartet. Ende Februar demonstrierten zudem rund 2500 Gegner der Pläne auf Rügen. Ein am Freitagabend gestartetes Festival will noch bis Sonntag auf der Insel mit Musik Stimmung gegen die Pläne machen.

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Nach bisherigen Plänen sollen in der Ostsee vor Sellin im Südosten Rügens zwei Plattformen gebaut werden, an denen schwimmende Flüssigerdgas-Terminals festmachen sollen. Nach dem Mitte Januar offiziell eröffneten Terminal in Lubmin wäre es das zweite in Vorpommern. Das Projekt vor Rügen soll der Energiekonzern RWE im Auftrag der Bundesregierung umsetzen.

„Natur der Insel Rügen ist das Kapital der Insel“

Das Bundeswirtschaftsministerium ging auf Anfrage nicht auf die Kritik ein. Die Behörde verwies darauf, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien, Gespräche liefen noch. „Daher kann über Einzelheiten des Projektes noch keine Auskunft gegeben werden. Es gibt noch keine finalen Entscheidungen.“ Eine Sprecherin relativierte zudem erneut hohe Angaben, die zur Kapazität des Terminals kursieren. Für den Winter 2023/24 sei ein Spezialschiff eingeplant, das fünf Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich einspeisen könne.

Winter sagte, die Pläne gehörten in eine Industrieregion. „Aber doch nicht in die heile Natur der Insel Rügen.“ Das sei das Kapital der Insel bei den für die Region so wichtigen Touristen. Die Natur werde durch das geplante Terminal allerdings gefährdet. „Die gesamte Insel ist davon betroffen.“ Sie fürchtet, dass etwaige Auswirkungen im Rahmen des beschleunigten Genehmigungsverfahrens nicht ausreichend geprüft würden. Außerdem bestehe mittlerweile keine Gasmangellage mehr und in Europa gebe es ausreichend LNG-Infrastruktur. Auch die hohen, letztlich vom Steuerzahler getragenen Kosten kritisiert sie.

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RND/dpa

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