Linken-Parteivorsitz: Bartsch erwartet weitere Bewerber

  • Nach der Bewerbung von Janine Wissler auf den Linken-Parteivorsitz nannte sie Fraktionsvorsitzender Dietmar Bartsch eine “herausragende Politikerin”.
  • Gleichzeitig geht er davon aus, dass sich noch weitere Kandidaten melden würden.
  • Susanne Hennig-Wellsow zählt als eine weitere bislang unbestätigte Anwärterin für den Vorsitz.
Anzeige
Anzeige

Potsdam. Mit vorsichtiger Zustimmung hat die Spitze der Linksfraktion im Bundestag auf die Bewerbung von Janine Wissler für den Parteivorsitz reagiert. Der Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch sagte am Freitag bei einer Fraktionsklausur in Potsdam, die Vorsitzende der Linksfraktion im hessischen Landtag sei eine “herausragende Politikerin”. Er gehe davon aus, dass sich noch einige Kandidaten melden würden und wünsche sich, dass man im Vorfeld des für Ende Oktober geplanten Parteitages zu “tragfähigen Lösungen” kommen werde.

Die bisherige Doppelspitze der Linken, Katja Kipping und Bernd Riexinger, hatte angekündigt, nicht wieder für den Parteivorsitz anzutreten. In der Nachfolgedebatte wird vor allem eine Doppelspitze mit zwei Frauen diskutiert: Neben Wissler, die ihre Kandidatur am Freitag ankündigte, gilt die Fraktionsvorsitzende aus Thüringen, Susanne Hennig-Wellsow, als eine Anwärterin. Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur wollte sie ihre Kandidatur noch am Freitagabend in Erfurt erklären. Beide Politikerinnen sind weder dem Flügel der linken Fundamentalisten noch den gemäßigten Reformern zuzurechnen.

Mohamed Ali: Parteivorsitzende müssen gesamtes Spektrum abdecken

Die Co-Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Amira Mohamed Ali, sagte in Potsdam: “Ich bin der Meinung, die Parteivorsitzenden, die müssen das gesamte Spektrum der Partei auch abdecken und entsprechend auch ansprechen - und das wäre mir wichtig.” Ziel der Linken sei es, sich im nächsten Bundestagswahlkampf als “die Sozialstaatspartei für Deutschland” zu positionieren, sagte Bartsch. Ein zweistelliges Ergebnis halte er für realistisch. Zu möglichen Koalitionsoptionen wollte er nichts sagen.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen