Linke fordert 100 Prozent Kurzarbeitergeld für Geringverdiener

  • Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland mussten wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen.
  • Die Linkspartei im Bundestag fordert nun ein deutlich höheres Kurzarbeitergeld, damit Millionen Geringverdiener nicht in Hartz IV abrutschen.
  • Andernfalls drohe die Stimmung zu kippen, warnt Fraktionschef Dietmar Bartsch.
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Berlin. Angesichts neuer Rekordwerte bei der Kurzarbeit fordert die Linkspartei im Deutschen Bundestag eine massive Anhebung des Kurzarbeitergeldes. “Die rasant steigende Kurzarbeit sichert erst mal Arbeitsplätze, aber für Millionen Menschen sind damit unzumutbare Einbußen verbunden. Das Kurzarbeitergeld reicht nicht, es muss weiter aufgestockt werden”, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Diese wird nach Ansicht der Wissenschaftler im Herbst auftreten.  © Reuters

Viele Menschen rutschten jetzt in Armut und Hartz IV, weil bis zu 40 Prozent ihres Einkommens wegfielen, so der Linken-Politiker weiter. “Wir brauchen eine schnelle Anhebung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent, für Menschen im Niedriglohnsektor auf 100 Prozent”, forderte Bartsch.

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Er habe außerdem die Befürchtung, dass ein Teil der Kurzarbeiter bei einem längeren Verlauf der Krise den Job noch verlieren werde. “Die Arbeitslosenzahl steigt schon jetzt extrem. Wir brauchen Vorbereitungen und eine Absicherung durch ein verbessertes Arbeitslosengeld I”, so der Parlamentarier.

“Die Stimmung droht zu kippen”

“Die Bundesregierung muss mehr tun für den sozialen Frieden in unserem Land”, sagte Bartsch und warnte: "Die Stimmung droht zu kippen. Die Menschen werden dann die Maßnahmen nicht länger akzeptieren.“

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Deutschlands Unternehmen haben in der Corona-Krise bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Diesen Rekordwert gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt.

Damit wurden alle Prognosen von Volkswirten bei Weitem übertroffen. Die Schätzungen der Experten hatten zwischen drei und sieben Millionen Menschen gelegen. Der bisherige Rekordwert der Bundesagentur für Arbeit für dieses arbeitsmarktpolitische Instrument stammt aus dem Mai 2009. Damals waren 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Im gesamten Krisenjahr 2009 waren 3,3 Millionen Anzeigen für Kurzarbeit bei der Bundesagentur eingegangen.


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