Krawalle in Berlin nach Räumung von „Liebig 34“ in Berlin

  • In Berlin ist es bei Demonstrationen gegen die Räumung des Hauses „Liebig 34“ zu Gewaltausbrüchen gekommen.
  • Demonstranten warfen Flaschen und Steine.
  • Auch Feuerwerkskörper wurden abgefeuert.
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Demonstranten zünden bei einer Demonstration Bengalische Feuer. Bei der Demonstration gegen die Räumung des besetzten Hauses "Liebig 34" wurden am Freitagabend im Bezirk Mitte Flaschen, Feuerwerkskörper und Steine geworfen, wie die Polizei auf Twitter schrieb.  @ Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Berlin. Flaschenwürfe, brennende Autos und Rangeleien: Bei einer Demonstration gegen die Räumung des Hauses „Liebig 34“ in Berlin kam es am Freitagabend zu Gewaltausbrüchen. Randalierer warfen immer wieder Feuerwerkskörper, Flaschen und Steine gezielt auf Einsatzkräfte, wie die Polizei auf Twitter schrieb.

In der Nähe des Hackeschen Marktes in Berlin-Mitte wurden Steine in mehrere Schaufenster geworfen. Mehrere Autos wurden angezündet. Gegen 00.30 Uhr wurde die Demonstration in der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg beendet. Die Polizei kündigte an, auch in der restlichen Nacht mit vielen Kräften im Einsatz zu sein.

Das Haus „Liebig 34“ - ein Symbol der linksradikalen Szene, um das lange heftig gestritten wurde - war am Freitagmorgen unter Protest geräumt worden.

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Das queerfeministische Hausprojekt "Liebig 34" ist eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. In dem bunten Haus wohnten ausschließlich Personen, die weder von Geburt an als Mann definiert wurden noch sich selbst so definieren. Am 9. Oktober 2020 ist das 1990 besetzte Wohnprojekt durch die Polizei geräumt worden.  @ Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Am Abend zogen die Teilnehmer der Demonstration mit Sprechchören bei Regen durch Berlin, die Stimmung war aggressiv. Es kam zu Rangeleien zwischen Polizisten und Demonstranten. Festnahmen wurden beobachtet, die Polizei machte dazu zunächst keine Angaben. Zu Beginn der Versammlung wurde der Protestzug immer wieder gestoppt. Die zweite Hälfte der Demonstration verlief dann vergleichsweise zügig und friedlicher. Nach Einschätzung von Beobachtern vor Ort nahmen mehr als tausend Menschen an der Demonstration teil.

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Als der Demonstrationszug am Hausprojekt „Linie 206“ vorbeikam, wurde auf dem Dach ein Feuerwerk gezündet. Aus dem Haus heraus gab es Solidaritätsbekundungen.

1900 Polizisten im Einsatz

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Eine Gruppe von etwa 20 Randalierern sonderte sich an der Steinstaße von der Demonstration ab und zerstörte gezielt Schaufenster und Autoscheiben, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

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Das besetzte Haus in der Liebigstrasse 34 in Berlin-Friedrichshain ist geräumt worden. 1500 Polizisten waren dabei im Einsatz, mehr als 50 Bewohner wurden aus dem Haus geschafft.  @ Quelle: imago images/serienlicht

Während Demonstranten randalierten und die Polizei Zufahrten sperrte, ging das normale Leben am Freitagabend in Berlin-Mitte weiter und Menschen saßen etwa in Restaurants.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Wegen der Demonstration, und weil „mit weiteren Aktionen im Zusammenhang mit Liebig34 zu rechnen ist, sind wir weiterhin mit etwa 1900 Kolleginnen & Kollegen im Einsatz“, teilte die Polizei am Abend auf Twitter mit.

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Punk und Protest: Eindrücke aus der Liebigstraße
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Unter Protest hat in Berlin-Friedrichshain die Räumung des besetzten Hauses “Liebig 34” begonnen.  © RND

Die Beamten hatten sich auf einen größeren Einsatz vorbereitet: Bereits in den Nächten vor der Räumung war es zu Gewaltausbrüchen gekommen. Am frühen Montagmorgen hatten mutmaßlich Extremisten einen Brandanschlag auf Kabelverbindungen der S-Bahn nahe dem Bahnhof Frankfurter Allee in Friedrichshain verübt.

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Ein Bekennerschreiben deutete auf Täter aus dem linksextremen Milieu. Die Verfasser schrieben, der Anschlag richte sich gegen die Räumung der Liebigstraße 34.

57 Menschen zählte die Polizei am Freitagmorgen in dem Haus „Liebig34“. Die Beamten stellten die Personalien fest und entließen sie. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch.

RND/dpa

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