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Türkischer Frachter kontrolliert: Erdogan kritisiert „Belästigung“

  • Um die Einhaltung des Waffenembargos gegen Libyen zu überwachen, hatten Bundeswehrsoldaten am Sonntag einen verdächtig wirkenden türkischen Frachter kontrolliert.
  • Der Einsatz musste abgebrochen werden, nachdem die Türkei ein Veto gegen die Durchsuchung eingelegt hatte.
  • Der türkische Präsident Erdogan nennt das Vorgehen nun eine Belästigung.
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Istanbul. Nach dem Eklat um die unterbundene Durchsuchung eines türkischen Frachters hat auch Präsident Recep Tayyip Erdogan scharfe Kritik an der Kontrolle geäußert. „Was haben sie der zivilen Belegschaft angetan, nachdem sie das Schiff betreten haben? Sie haben sie leider belästigt“, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara. Das alles sei mit Videoaufnahmen bestätigt worden und werde an entsprechende Stellen weitergeleitet.

Bei dem Einsatz der deutschen Fregatte „Hamburg“ am Sonntagabend waren die Soldaten nach Angaben des Einsatzführungskommandos rund 200 Kilometer nördlich der libyschen Stadt Bengasi an Bord eines verdächtigen Frachtschiffes gegangen, um die Ladung zu kontrollieren.

Einige Stunden später habe dann allerdings die Türkei als Staat, dessen Flagge das Schiff trug, ein Veto gegen die Durchsuchung des Containerfrachters eingelegt. Die deutschen Soldaten mussten daraufhin den Einsatz abbrechen. Die Türkei behauptet, der Frachter habe lediglich Hilfsgüter geladen gehabt.

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Erdogan sieht Verstoß gegen internationales Seerecht

Erdogan argumentierte, das Vorgehen der Einsatzkräfte habe gegen internationales Seerecht verstoßen. „Und, der Kapitän war auch noch ein Grieche.“ Die Türkei und Griechenland liegen derzeit unter anderem im Erdgasstreit im östlichen Mittelmeer über Kreuz.

Aus dem Einsatzführungskommando in Potsdam wurde hingegen jegliche Kritik am Vorgehen der deutschen Soldaten zurückgewiesen. Die Durchsuchung der Besatzung nach Waffen sei Teil des Standardverfahrens zum Eigenschutz der Soldaten.

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Die Türkei war demnach auch über die Pläne für die Durchsuchung des Schiffes informiert. Erst nachdem sie vier Stunden lang nicht reagiert hatte, wurde dies gemäß den Einsatzregeln als stillschweigendes Einverständnis für das Boarding gewertet.

RND/dpa

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