Angespannte Lage: Athen schickt Polizisten und Wasserwerfer nach Lesbos

  • Nach den Bränden im Flüchtlingslager Moria kommen immer mehr Polizeikräfte auf der Insel Lesbos an.
  • Im griechischen Fernsehen waren mehrere Busse mit Bereitschaftspolizisten sowie zwei Wasserwerfern an Bord einer Fähre zu sehen.
  • Die Lage ist angespannt - Inselbewohner haben Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus.
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Athen. Angesichts wachsender Spannungen nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria hat die griechische Regierung die Polizeikräfte auf der Insel Lesbos verstärkt. Wie das griechische Fernsehen zeigte, kamen am Freitagmorgen mehrere Busse mit zusätzlichen Bereitschaftspolizisten sowie zwei Wasserwerfern an Bord einer Fähre in der Inselhauptstadt Mytilini an.

Nach dem Brand herrschen auf der Insel chaotische Zustände. Mehr als 12.000 Migranten verbrachten die dritte Nacht in Folge im Freien. Manche legten immer wieder Feuer in den übrig gebliebenen Teilen des Lagers und den umliegenden Feldern und attackierten die Polizei.

Angst vor dem Coronavirus

Die Verstärkung der Polizeieinheiten richtet sich aber auch an die zunehmend aufgebrachten Inselbewohner. Viele, darunter fast alle Bürgermeister, wollen nach dem Brand in Moria keine Migranten mehr auf der Insel haben. “Sie müssen alle weg. Kein Lager mehr auf Lesbos”, erklärte der Gouverneur der Region Nordägäis, Kostas Moutzouris, im Fernsehen. Angst herrscht nicht zuletzt, weil mindestens 35 Migranten positiv auf das Corona-Virus getestet waren und die Inselbewohner einen unkontrollierten Ausbruch des Virus befürchten.

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RND-Reporterin auf Lesbos: "Die Menschen betteln um Wasser"
1:35 min
Nach den Bränden im griechischen Flüchtlingslager Moria harren die Menschen nun auf Straßen und Feldern aus. Die versprochene Hilfe lässt auf sich warten.  © RND

Anwohner blockieren immer wieder Zufahrtsstraßen zu jenen Orten, an denen die Regierung provisorische Lager einzurichten plant, um die obdachlosen Menschen vorläufig unterzubringen. "Wir werden das nicht zulassen, koste es, was es wolle", sagten aufgebrachte Lesbier Reportern. Die meisten Inselbewohner sind müde und enttäuscht von der EU. Keiner könne es ertragen, wenn so viele Migranten für so lange Zeit auf einer Insel lebten, hieß es.

RND/dpa

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